Zu Risiken und Nebenwirkungen…
Achtung! Dies ist kein medizinisch- fundierter Beitrag! Er stellt lediglich meine laienhafte, persönliche Meinung dar!
Arzneimittelskandale begleiten unser Leben.
Gerade eben ist die Erhöhung der Renten für Conterganopfer im Gespräch, ein Urteil wird am 18. April erwartet. Der Gesetzesentwurf, der ab Juli gelten soll, sieht eine Anhebung der Renten auf bis zu 1.090,– €uro vor. Da die Erhöhung auf Basis der Verdoppelung angestrebt wird, bedeutet dies im Umkehrschluss wohl, das die Höchstrente für Conterganopfer derzeit bei 545,– €uro/Monat liegt, oder irre ich mich? Inoffiziellen Angaben zufolge lebt nur noch etwa die Hälfte der ehemals Betroffenen…
Platz zum Nachdenken:
…
Paracetamol soll, einer neueren Studie zufolge, bei Überdosierung zu schweren Leberschädigungen führen. Aus diesem Grund fordern Forscher nun die Einführung der Rezeptpflicht für diesen Wirkstoff. Paracetamol ist übrigens ein Wirkstoff, der sich auch in Medikamenten mit anderem Namen wiederfindet. "…Präparate, die speziell für Neugeborene, Babys und Kinder geeignet sind" preist ein Hersteller seine Säfte und Zäpfchen an. Dort natürlich in geringerer Dosis, denn die machts bekanntlich… Überdosiert kann jedes Medikament tötlich sein und auch die Nebenwirkungen sind auf den Beipackzetteln nachzulesen oder beim Arzt oder Apotheker in Erfahrung zu bringen.
Mein Blick geht an die forschen Forscher: Liebe Damen und Herren, das Ergebnis ihrer jüngsten Studie ist seit mindestens 25 Jahren bekannt.
Bitte verstehen Sie mich richtig: Ihnen und Ihrer Arbeit verdanken wir großartige Medikamente gegen unsere großen und kleinen Wehwehchen. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar und Ihre Arbeit verdient unser aller Respekt.
Aber: Die Idee, die Rezeptpflicht auf bewährte schmerz- und fiebersenkende Medikamente auszudehnen, die sogar unsere Kinderärzte für Neugeborene mit gutem Erfolg empfehlen… was wollen Sie uns mit diesem Gedankengang sagen? Soll das ein Angriff auf uns Mütter/Väter werden? Sind wir plötzlich nicht mehr in der Lage unsere eigene Brut bei einem kleinen, grippalen Infekt gesund zu pflegen? Jede/r verantwortungsvolle/r Mutter/Vater wird eh einen Kinderarzt aufsuchen, bevor sie/er Medikamente über einen längeren Zeitraum verabreicht und das Kind auch zwischendurch zur Kontrolle vorstellen.
Die empfohlene Dosis Paracetamol liegt beim Erwachsenen bei maximal 8 Tabletten a 500 mg, das sind 4.000 mg pro Tag! Kein normaler Mensch käme auf die Idee, eine derartig hohe Dosis täglich zu sich zu nehmen, ohne einen Arzt zu konsultieren.
Oder ist es ein Angriff auf den Patienten ansich? Sind wir plötzlich zum eigenverantwortlichen Umgang mit unserem Körper nicht mehr in der Lage?
Gibt es etwa Außerirdische die an unserer Entmündigung interessiert sind? Was steht als Nächstes auf deren Plan? Wo sollen wir noch überall in unseren Persönlichkeitsrechten beschnitten werden?
Platz zum Nachdenken:
…
Es gibt immer wieder neue Meldungen, die bewährtes und althergebrachtes in Frage stellen. Mit Augenmaß betrachtet ist das richtig und gut, denn nur so gibt es wirklichen Fortschritt.
Eines jener jüngsten Beispiele sind auch Diskussionen um die Nebenwirkungen von Amalgam. Jahrzehntelang haben Forscher dieser Quecksilberlegierung hochgradige Gefährlichlichkeit attestiert. Jetzt gibt es, aufgrund einer Langzeitstudie, Entwarnung…
Das ich im Laufe der Jahre mehrere hundert €uronen in Kunststofffüllungen gesteckt habe, sei hier nur am Rande vermerkt und mag den geneigten Leser zum weiteren Nachdenken anregen…











12. April 2008 um 17:48
Es geht bei Paracetamol wohl mehr um absichtliche Überdosierung, vermute ich zumindest …
ich nehme von dem Zeug auch nur 1 bis 2 mal im Monat, allerhöchstens 4 Tabletten.
So gesehen, kann man sich wohl mit jeder Pille überdosieren
12. April 2008 um 18:01
@ SuMu: “So gesehen, kann man sich wohl mit jeder Pille überdosieren.” Genau das meine ich, liebe Sumu
12. April 2008 um 18:29
nun ja, ich will es ja gerade nicht ausprobieren, aber paracetamol wäre für mich nicht die erste Wahl
12. April 2008 um 19:02
Hallo… äh… Krötengrün? Ja.
“Gibt es etwa Außerirdische die an unserer Entmündigung interessiert sind?”
Ja, das muss es sein, ansonsten ist es nicht zu erklären.
Mann, was könnte ich mich darüber aufregen, dass man hier für alles mögliche ein Rezept braucht. Warum eigentlich? Sind wir nicht selbst für uns und unseren Körper verantwortlich? Wieso glauben “die” -wer auch immer – dass man uns alles vorschreiben und vorkauen muss? Halten die uns für blöd? Dass ein “normaler” Mensch sich derart freiwillig vergiften will, indem er Mengen davon zu sich nimmt? Ja, ist doch wahr.
Und in der Zwischenzeit ist man wahnsinnig geworden wegen der Kopfschmerzen.
Vielleicht ist das das Ziel. 
Der Gedanke, dass ich bei Kopfschmerzen jedes Mal zum Doc laufen müsste, nur um mir Tabletten dagegen aufschreiben lassen zu müssen… grrrr… Was glauben die, was die Ärzte tun werden? Uns untersuchen? Nee, sie schreiben sie auf und das wars. Es kostet uns nur mehr Zeit, weil man eine halbe Ewigkeit als Kassenpatient beim Arzt sitzen und zehn Euro latzten muss, nur um endlich dieses Rezept in der Hand zu halten.
Und die, die Missbrauch mit irgendwelchen Medikamenten treiben, die schaffen es auch dann noch.
Liebe Grüße,
Martina
12. April 2008 um 19:06
hehe “normale” Menschen:twisted:
12. April 2008 um 22:24
Ein Grund könnte tatsächlich sein das so öfter 10 Euro gezahlt werden müssen. Die Ärzte sind ja seit der Gesundheitsreform am wettern das sie nix mehr verdienen. Vielleicht will man ihnen so zu mehr Kundschaft verhelfen ohne das sie großartig mehr Arbeit haben.
Es geht ja auch in unserem Rechtsstaat was Schadenersatzklagen angeht immer weiter in die Richtung wie´s in Amerika läuft. Also eventuell als Absicherung gedacht.
13. April 2008 um 06:38
Ich persönlich halte mich bei Medikamenten grundsätzlich an eine wichtige Anweisung: Immer fest verschlossen halten!
Was so bestimmte medizinische Angelegenheiten anbelangt, habe ich selbst ja in dieser Woche auch schon etwas gepostet:
http://www.psycho-blog.net/a00994.htm
Meine Amalgamfüllungen habe ich schon jahrelang und auch schon viel früher mal gelesen, dass daraus keine Gefahr resultiert. V.a. lass ich keine unnötigen Sachen an den Zähnen machen, weil ich da doch etwas schmerzempfindlich bin
Ähm… ich habe übrigens noch kein einziges Mal die 10 Euro zahlen müssen
13. April 2008 um 08:29
*seufz* Zunächsteinmal kann regelmäßiger Paracetamol-Konsum natürlich zu Leberschäden führen. Die Betonung liegt dabei auf regelmäßig. Und dazu muß man sich nicht unbedingt jeden Tag die Höchstdosis reinpfeifen. Eine nicht unbedeutende Zahl chronisch Kranker dürfte aber für eben jenes Präparat quasi ein Abo haben.
Natürlich ist es einerseits nicht sinnvoll, alles rezeptpflichtig zu machen. Wer sich überdosieren möchte, der kann das auch mit Alkohol o.ä. tun. Für mich jedoch ist es immer wieder besorgniserregend, wie wenig die Leute eigentlich über die Wirkstoffe wissen, die sie einnehmen. Viele lesen die, zugegebenermaßen oft für Laien ziemlich überladenen und/oder unverständlichen, Beipackzettel erst garnicht… oder verstehen die Zusammenhänge nicht. Habe grad wieder mit ein paar (älteren) Diabetikern zu tun, die ihr Insulin als Freibrief verstehen und sich quasi munter ins Jenseits spritzen, da die Zusammenhänge für sie schlicht zu kompliziert sind.
Das betrifft auch viele Eltern, die sich vermutlich schlicht denken “was für mich gut ist, kann für mein Kind doch nicht schlecht sein!”. Da mangelt es an Aufklärung – denn für Säuglinge ist o.g. Wirkstoff meines Wissens absolutes No-Go. Nicht umsonst führt die Packungsbeilage Dosierungsanweisungen erst für Kinder ab 3,5 Jahren respektive 17Kg Körpergewicht auf.
Und genau da kommt ein gewichtiger Nachteil des Systems ansich zum Tragen: Mal abgesehen davon, dass die Konsumenten selbst schon nicht so genau wissen, was sie nehmen, wissen es die verschiedenen konsultierten Ärzte oftmals auch nicht. Da schreibt der Hausarzt Präparat X auf und Kardiologe/Rheumatologe/etc stellt ein Rezept auf Präparat Y aus… oder der Patient besorgt sich selbst ein zusätzliches, rezeptfreies Mittel – was aber, wenn sich eben diese zwei Mittel negativ beeinflussen? Ich kann leider grad keine Zahlen nennen, aber mir wurde unlängst zugetragen, dass eine beeindruckende Zahl der Todesfälle in Deutschland auf eben solche Inkompatibilitäten zwischen verschiedenen Wirkstoffen zurückzuführen sei. Die Materie ist schlichtweg zu komplex.
Abhilfe könnte man vielleicht wirklich mit der neuen Krankenkassenkarte schaffen, sofern auf dieser sowohl die verordnete wie auch die frei käuflich erworbene Medikation gespeichert würden. Aber da geht ja dann die Datenschutzdiskussion wieder los
13. April 2008 um 08:49
Ha, das sind genau die Konstellationen, wo man keine gute Lösung für alle finden kann. Klar ist es dämlich, dass die Rezeptpflicht für Paracetamol für die allermeisten eine Mehrbelastung bedeuten würde und das nur für die paar Hanseln, die, wie Neri schreibt, das nicht richtig hinbekommen.
Ich nenne das die Amerikanisierung der Gesellschaft (alles muss abgesichert werden, weil es könnte ja unter Umständen, wenn man mal vom Extremfall ausgeht…)
Auf der anderen Seite SIND die Packungsbeilagen wirklich dämlich gemacht. Eigentlich interessiert nur die Dosierung und die Art der Einnahme, doch bis man das in den 30 Seiten kleinster Schrift gefunden hat, vergehen Minuten und man gibt leicht auf. Deswegen sollten diese wichtigen Informationen farblich kodiert werden (jaja, für Farbenblinde müsste man sich was extra ausdenken – so mit Punkten und Streifen).
13. April 2008 um 12:48
@ Mamü: Willkommen im Club! Leiden Sie auch unter Entführungsängsten durch “die”? Keine Bange, meine Liebe, auch dagegen “gibts was von R*tioph*arm”
@ SuMu: Psssst! Frau Mamü ist neu, die weiss noch nich, das wir hier alle einen anner Klatsche ham
@ Luigi: Jetzt kommst Du auch noch mit wirtschaftlichen Interessen. Meinste “die” sitzen sogar schon da? Ein erschreckender Gedanke, aber es könnte was dran sein…
Bringt man nun Politik und Wirtschaft zusammen, zwei Dinge die ohnehin wechselseitig funktionieren, beachte dabei noch den stetigen Anstieg des €uro unter Berücksichtigung gleichzeitigendes Dollar-Verfalls, dann sinma ja schon in Amiland. Der Georg… meinste, “der” ist einer von “denen”
Wollteste uns das sagen?
@ Falk: Danke für den Link zu diesem empfehlenswerten Beitrag und die Diskussion, die Du da anstößt. Ich werde später noch einen Kommentar bei Dir hinterlassen.
Das man frei verkäufliche Medikamente nicht zum Frühstück, dekorativ Ton-in-Ton, oder aber – je nach Tageslaune bunt gemixt zu sich nimmt, hielt ich für selbstverständlich, wegen ich es nicht nocheinmal hervorhob.
Und die Geschichte mit der Praxisgebühr: Gib mir mal Deine Adresse, ich schick Dir dann meine Krankheiten zu, kannste die mal mitnehmen?
@ Neri: Danke auch Ihnen für diesen ausführlichen, zum Nachdenken anregenden, Kommentar.
Allerdings irren Sie wenn Sie schreiben “Nicht umsonst führt die Packungsbeilage Dosierungsanweisungen erst für Kinder ab 3,5 Jahren respektive 17Kg Körpergewicht auf.”
In meinem Beitrag schrieb ich bereits “…Präparate, die speziell für Neugeborene, Babys und Kinder geeignet sind” preist ein Hersteller seine Säfte und Zäpfchen an. Wenn Sie mögen, kann ich Ihnen den Link gerne zuschicken, möchte aber hier nicht veröffentlichen. Falls “die” mitlesen
@ Julia49: Dann vertreten Sie also auch die Theorie des smarten Luigi ^
? Kennzeichnung, Farben, Striche sonstwas? Wir könnten sowas umgekeht ausdenken: Jede Krankheit bekommt eine eigene Brosche, die öffentlich am Revers zu tragen ist…
13. April 2008 um 12:55
Nachtrag für Alle:
Eine ähnliche Diskussion wie jetzt mit Paracetamol hatten wir vor einiger Zeit schonmal mit dem Wirkstoff Iboprofen. Damals entschied man sich, alle Dosierungen ab 400 mg/Tbl. rezeptpflichtig zu machen. Nun darf der geneigte Überdosierer stückeln. Das hat den psychologischen Effekt, dass es nach noch mehr aussieht, der Junkie also noch besser befriedigt wird…
13. April 2008 um 15:49
Hmm, ‘ne Menge Text! Mich hat insbesondere die folgende Fragestellung angesprochen:
Wieso glauben “die” -wer auch immer – dass man uns alles vorschreiben und vorkauen muss? Halten die uns für blöd? Dass ein “normaler” Mensch sich derart freiwillig vergiften will, indem er Mengen davon zu sich nimmt?
Ja die halten uns für blöd. Meiner Meinung nach sogar zu Recht. Wieviele Leute saufen sich das Hirn weg, qualmen sich die Lungen schwarz, fressen sich Übergewicht an, kiffen und schnupfen, usw. usf..
Ob eine Rezeptpflicht dagegen hilft, wage ich zu bezweifeln. Gewollte Überdosierungen lassen sich damit sicher nicht verhindern. Ich bin für bessere und verständliche Packungsbeilagen. Sowas wie auf den Zigarettenschachteln. Übermäßiger Verzehr kann töten und/oder abhängig machen.
Gott sei Dank konsumieren wir hauptsächlich homöopathische Mittelchen. Die Gefahr der Überdosierung und damit einher gehender Nebenwirkungen besteht für uns nicht. Nebenbei angemerkt, haben meine Kinder noch keine Antibiotika und keine fiebersenkenden Mittel bekommen. Klar sind solche Mittelchen einfach, aber mit Liebe und viel Mühe gewickelte Wadenwickel helfen auch ganz gut.
13. April 2008 um 19:13
Na da wird sich die Pharmaindustrie aber freuen. Wenn man Paracetamol ab einer bestimmten Dosierung rezeptpflichtig macht. Denn bekanntlich wird der Wirkstoff ja nicht nach Gewicht verkauft. Da wird man dann letztendlich mehr für das gleiche Ergebnis löhnen dürfen.
Wer war denn der eigentliche Auftraggeber der Studie? Darf ich mal raten?
14. April 2008 um 10:45
Das mit Paracetamol kenne ich. Das ist übel. Mich haben sie im Krankenhaus einmal zum Alkoholiker machen wollen, weil das Zeug meine Leberwerte zum Explodoeren gebracht hat.