“Oh Schreck! Wie sieht DIE denn aus?”
Kennt ihr das, wenn ihr jemanden nur vom Telefon “kennt” und ihm plötzlich gegenüber steht?
Ich hatte mal so ein Erlebnis mit einer Kollegin, mit der ich über Jahre einen netten telefonischen Kontakt hatte. Die Zusammenarbeit klappte prima und auch am Telefon (Achtung: Wortwitz!) “verstanden” wir uns prächtig, erzählten uns auch mal Privates. Eines schönen Tages lernten wir uns persönlich kennen und entliebten uns dabei spontan und heftig.
Unseren Umgang miteinander hat das über einige Zeit erschwert, denn unsere optischen Vorstellungen voneinander deckten sich einfach nicht mit der Realität. Logisch, wir gaben uns beide Mühe diese gemeinsamen, erkenntnisschweren Minuten zu vergessen, aber erstmal hats geholpert. Wir habens hinbekommen, weil wir im Grunde Seelenverwandte waren. Die Frage, die sich mir seitdem immer wieder mal stellt ist die, warum wir uns durch pure Äußerlichkeiten derart beeinflussen lassen. Umgekehrt funktioniert das übrigens auch, wie ich aus eigener Erfahrung auch bestätigen kann: Da sieht man das Bild einer Person, auf dem sie sympathisch rüberkommt, aber in der Realität empfinden wir sie unangenehm, wir mögen sie nicht.
Eine Bekannte erzählte mal von einem Typen, den sie kennengelernt hatte. Er war groß, schlank, gepflegt und durchaus parkett-und tageslichtauglich, verfügte über ein “ach wie süßes” Grübchen , ein “ach so markantes” Lächeln, schenkte ihr diesen “ach so tiefen” Blick. Kurz: Sie war “ach sooo” verliebt… und nahm ihn mit nach Hause.
Kaum gings an die schönste Nebensache der Welt musste sie feststellen, das sie ihn im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen konnte.
Okay, ich hätte den Typen vielleicht schon etwas eher näher an mich rangelassen und mit großer Wahrscheinlichkeit wären seine Chancen auf ein Frühstück bei mir bereits am Nachmittag gen Null gesunken, aber ich bin eben prüde und teste die Kerle erstmal auf ihre “inneren Werte”, wozu auch der Knutschtest gehört um den Mundgeruchfaktor auf der nach oben hin offnenen Müffelskala zu bestimmen.
Es ist also das Zusammenspiel vieler Faktoren, die im Endeffekt darüber entscheiden, ob wir jemanden mögen oder nicht. Manchmal mögen wir jemanden auch so sehr, dass wir über Dinge hinwegsehen die wir normalerweise ablehnen.
Das dürfte wohl der Moment sein in dem wir anfangen diesen Menschen “kennen” zu lernen, uns mit der Gesamtheit seiner Persönlichkeit auseinander zu setzen und uns vielleicht sogar in ihn verlieben…











22. April 2009 um 06:26
Moin liebe Flocke,
ich kenne das auch. Irgendwie hat man im Kopf so eine Assoziation wie der Mensch am anderen Ende der Leitung sein könnte. Und dann trifft man ihn oder sieht ein Bild und dann – upppps ganz anders. Aber wenn man sich vorher gut verstanden hat, dann hat das Äußere keinen Einfluss gehabt. Mir hat man mal gesagt, dass man mich blonder und zarter vorgestellt hat….. Hihi, bin ein dunkler Krauskopf und etwas breiter…..
22. April 2009 um 08:53
Ja, kenne ich auch. Aber in Deinem Falle…ihr seid doch 2 Frauen, Du Flocke und die Kollegin, ists da auch so wichtig? *im Moment verwirrt ist*
Trixie schrieb zuletzt Geschützt: Ne Schande ist das….
22. April 2009 um 12:27
Ich war jahrelang in div. Flirt-Communites unterwegs, bevor ich die Nase gestrichen voll hatte. In dieser und jener Hinsicht.
Wenn man auf der Suche ist, ist man eher bereit zu finden und übersieht viele Dinge, denn man sieht, hört und liest nur das, was man möchte und in dem Moment braucht.
Das ändert sich, wenn weitere Aspekte hinzukommen, wenn man sich trifft. Eine zeitlang bildete ich mir eine Menge auf meine Menschenkenntnis ein, doch ich vergass, dass diese aufgrund von ausschliesslich gesprochenen Worten einfach nur versagen muss. Einige Male ging es gut, es ging aber auch oft genug in die Hose.
2x sogar so sehr, dass ich – nachdem ich den Mann, den ich treffen wollte, erspäht hatte, unbemerkt den Rückzug antrat und im Nachhinein beichtete, dass ich mir irgendwas gebrochen hatte und deshalb nicht kommen konnte
22. April 2009 um 13:03
Zum Thema Gerüche kann ich mal aus dem Nähkästchen plaudern:
Ich hatte mal einen Freund (wirklich nur Freund). Irgendwann entwickelte sich bei ihm so etwas wie Liebe und er gestand sie mir. Ob ihr es glaubt oder nicht, von an konnte ich ihn im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr riechen. Er roch auf einmal total muffelig für mich. Vielleicht lag es daran, dass ich mich bedrängt fühlte. Ich vertraue auf meinen Geruchssinn und bin ein großer Schnüffler bei anderen Menschen;-)
Im übrigen habe ich mich so manches Mal erschrocken, als ich Menschen real sah, die ich vorher nur über mail oder Telefon kannte. Nach einiger Zeit sah ich dann aber auch eine Spur von inneren Werten
So, liebe Flocke, mehr als 2 Zeilen!
22. April 2009 um 13:44
Jupp das kenne ich auch. Da kommuniziert man über viele Monate via I-Net miteinander, redet über Gott und die Welt und wenn man sich dann mal real traff, kam bei mir nur ein Gedanke “Oh mein Gott”, naja so kanns eben gehen.
22. April 2009 um 14:02
@ Bloglos: “Breiter” Wat ne hübsche Umschreibung. Die muss ich mir unbedingt merken, trifft auch auch mich zu

Wie ging die Sache weiter? Rückzug auf der ganzen Linie, nehm ich mal an. 

@ Trixie: DenkenSe doch nich immer und ständig nur an SEX!
@ Meg: Wo man Sie aber auch überall antreffen kann!
@ Barbara: Puh, welch Redeschwall! HamSe denn heute noch Kontakt zu dem Herrn oder ist der ob seines Geständnisses abgerissen?
@ Suriel: Klar, das Internet bietet auch solche Möglichkeiten. Daran sieht man, wie oberflächlich es doch ist
22. April 2009 um 14:13
Kontakt besteht noch, aber ich habe ihn seit 2 Jahren nicht mehr gerochen;-)
22. April 2009 um 16:27
Das kann schon mal passieren. Gerade gestern habe ich meinem Azubi vermittelt, daß er jeder Dame am anderen Ende der Telefonleitung das Gefühl geben solle, sie wäre das geilste und tollste Wesen, was er jemals in den Ohren hatte. Und das er auf diese Weise eine superschöne langfristige Beziehung aus der Ferne und von Kollege zu Kollege oder Mitarbeiter zu Kundin aufbauen kann.
Natürlich kam die Frage, was passiert, wenn man sich dann mal sieht und eben solch eine Trümmerlotte gegenüber hat. Dann zeigt sich einfach, wer erwachsen ist und sich wieder auf die Ebene zurückzieht, auf der man sich wunderbar versteht.
Es kann durchaus sein, daß man sich unsymphatisch ist, wenn man sich das erste Mal sieht. Das geht mir laufend noch bei Internetbekanntschaften. Es gibt Menschen, deren positiver Eindruck sich nicht verstärkt, wenn ich sie das erste mal live erlebe. Allerdings bin ich schon so erfahren, daß ich erst dann ein festes Urteil bilde, wenn ich eben dieses Erlebnis der ersten Begegnung hatte.
Das ist im Übrigen die goldene Regel für das Kennenlernen im Internet. Lege Dich nicht fest, bevor Du nicht alle Sinneskanäle genutzt hast. Denn im Supermarkt würde sich auch niemand allein aufgrund ihrer Handschrift in die Frau verlieben, die sie schreibt.
CeKaDo schrieb zuletzt Mich gruselts
22. April 2009 um 20:25
Liebe Flocke,
wir sind nur etwas zu klein für unsere Statur…. hmhm. Hinzu kommt, dass wir nicht mehr 17 sind, eher 17 x 3… Aber frau soll die Hoffnung ja nicht aufgeben. Außerdem: nobody ist perfekt.
Habe heute mein Zweitkind nach meiner Stimme befragt: sie soll ganz ok sein. Naja, das beruhigt ja. Bekomme allerdings immer die Krise, wenn ich mich bei einer Tonaufnahme höre. Ich könnte mir anhand meiner Stimme kein passendes Bild von mir machen….
23. April 2009 um 03:32
Ich weiß ja nicht wie es bei Frauen ist wenn es um andere Frauen (also Bekanntschaften geht), aber eines weiß ich zu 100%.
Wenn Frauen einen Mann kennen lernen von dem sie sich mehr erwarten als nur Freundschaft, dann ist es kackegal was für “innere Werte” dieser Mann aufweisen kann. War er einen Tag zuvor noch Zitat: “der netteste und liebste Mensch auf Erden” (Zum Beispiel bei einer Internetbekanntschaft deren Bild man nicht gesehen hat) und Zitat: “der Traum jeder Frau” so ist er nach dem realen Treffen nur noch Dreck und sollte sich Zitat: “doch bitte am besten gleich umbringen um der Menschheit einen Gefallen zu tun” wenn er dann nicht gut aussieht.
Im Gegenzug ist ein Kerl der vorher noch das größte Arschloch der Welt, ein Schwein und Chauvinist war und der öffentlich zugibt gern Fremdzugehen und auch schon mal seine Freundinnen schlägt auf einmal der beste Mensch auf Erden und alles was er seinen Ex Freundinnen angetan hat nicht mehr so schlimm wenn Frau mitbekommt das er super aussieht. Zitat: “Ja er mag ja fremd gegangen sein und sie geschlagen haben, aber das ist doch nicht so schlimm. Er hat mir auch versprochen das er es nicht mehr tun wird”.
Liegt euch wohl in den Genen. Schneller Beweis? Guckt euch mal auf der Strasse um wie viele Dicke Männer mit dünnen Frauen ihr seht und wie oft es umgekehrt vorkommt. Ich garantiere euch das es weit mehr Dicke Frauen mit Dünnen Männern gibt als umgekehrt. Dick + Dick zählen im übrigen nicht.
Ja ich weiß Männer prahlen gern damit wie wichtig ihnen doch wäre das die Frau “geil aussieht”. Aber bei Männern ist das oft nur wichtig machen und die Angst ausgelacht zu werden. Manchmal auch einfach nur Männliches Gehabe. Es hebt ja (eingetrichtert durch die Medien) den Wert der Männlichkeit wenn man die hübscheste Freundin hat. Nur sieht man genau diese Männer dann später verheiratet mit einer dicken und/oder (für die Gesellschaft) hässlichen Frau.
Ich persönlich möchte einen Menschen an meiner Seite haben und keine leere Verpackung. Und BTW: hab ich diesen Menschen (die Frau) auch kennengelernt. Süß, nett und passt zu mir wie sonst keine, auch nach 5 Jahren noch und sicher in 50 Jahren auch noch. Und das obwohl wir schon zusammen waren bevor wir uns überhaupt gesehen haben. OHNE den “Optischen Aspekt”. Weil der für die Bewertung eines Menschen total unerheblich ist. Es sei denn, man möchte lieber eine Verpackung mit der man vor seinen “Freunden” angeben kann… Oder man ist weiblich.
24. April 2009 um 06:39
Ich war leider nicht diplomatisch genug, was dazu führte, dass ich ihn als Stalker eine Weile am Hals hatte …