Mehr Jungfrau, bitte!
Sowas in der Art muß sich Vanessa gedacht haben, als sie begann Meerjungfrauen zu sammeln. Bücher, Filme und Standfiguren dieser bezaubernden Spezies sammelt sie seitdem. Hier eine kleine Auswahl und ihre Bewerbung um den quakenden Frosch, der ja beim Sammler- Award als Preis ausgesetzt wurde:
"Meine Begeisterung für Fabelwesen begann bereits in früher Kindheit. Meine Mutter unterstützte meine lebhafte Fantasie und trug einen großen Teil dazu bei, dass ich umgeben von Einhörnern, Elfen, Pixies, Trollen und Zwergen groß wurde. Die erste Begegnung mit einer schwimmenden Nixe bescherten mir die Japaner in dem Zeichentrickfilm "Die kleine Seejungfrau" (Andersen Dowa Ningyo Hime 1975), der in den 80ern im DDR-Fernsehen ausgestrahlt wurde. Bis dahin hatte ich noch nie eine Meerjungfrau schwimmen sehen. Ihre Bewegungen faszinierten mich. Ich hätte ihr stundenlang dabei zusehen können, wie sie durchs Wasser glitt. – Leider bekam sie Beine.
Mit dem Sammeln von Meerjungfrauen begann ich, da gab es kaum Menschen, die mit diesem Begriff etwas anfangen konnten. Das ist heute nur noch schwer vorstellbar, aber wenn ich vor 1990 ein Geschäft auf der Suche nach Nixen betrat, musste ich den Verkäufern zuerst erklären wie "so etwas" überhaupt aussieht. Das änderte sich schlagartig, nachdem Disneys "Arielle, die Meerjungfrau" in die Kinos kam. Ich werde nie das überwältigende Gefühl vergessen, als meine verträumten Kinderaugen die zauberhaft gezeichneten Meeresbewohner über die riesige Leinwand schwimmen sahen und meine innere Stimme immer wieder ehrfürchtig wiederholte: Wie wunderschön, wie wunderschön…
Nach dem Erfolg von Arielle musste ich keinem Verkäufer mehr erklären,was Meerjungfrauen sind. Allerdings bekam ich auf meine Anfragen auch stets die gleiche Antwort: "Sie suchen Meerjungfrauen? Hier haben wir eine Arielle!" Ich konnte mich letztlich vor rothaarigen, grünschwänzigen Nixen nicht mehr retten. Es dauerte Jahre, bis sich dieser Hype gelegt hatte. Und dann kam der Film 1998 erneut in die Kinos.
Dennoch möchte ich die Entwicklung nicht missen. Arielle hat Meerjungfrauen bekannt gemacht und wie bei allen Disneyfilmen, schossen auch hierzu diverse Kopien wie Pilze aus dem Boden. Die Geschichte der kleinen Nixe wollte plötzlich von allen Verlagen und Produktionen erzählt werden. Als Sammlerin kam mir das sehr entgegen.
Heute besitze ich knapp 200 Bücher, 45 technische Medien und einige hundert Figuren. Von handgeschnitzten Holzstatuen, die größer und schwerer sind als ich selbst, bis hin zu Preisers ‘Nixe mit Spiegel’ die gerade mal 2 cm misst. In meiner Wohnung gibt es keinen Platz mehr, von dem aus man nicht zumindest einen Fischschwanz sehen könnte und jeden Monat kommen weitere hinzu."
Ein schönes, typisch weibliches Sammlerhobby, wie ich finde.
Bei den vielen unterschiedlichen Einsendungen wird es die Jury sicherlich schwer haben, die orginellste Sammlung zu finden. Ich bin sehr gespannt auf das Ergbnis, welches am kommenden Montag hier veröffentlicht wird.
Bis Donnerstagabend könnt ihr mir noch eure Bewerbungen schicken. Auch für den Krötenchor und den Sommersprossen- Award!










