Maria und Josef in Frankreich

Wir waren schon recht erschöpft als wir Montelimar, im Süden Frankreichs, in den späten Abendstunden erreichten. Seit ungefähr 5 Stunden waren wir schon auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichket. Es war Hochsaison, wir hatten nichts vorbestellt, weil wir nicht genau wussten wie weit wir kommen würden.

Gebucht hatten wir in Spanien einen kleinen Bungalow mit Swimming-Pool, 800 m vom Meer entfernt, für ganze 2 Wochen. Da unser Sohn erst Fünf war, hatten wir für Hin-und Rückfahrt jeweils 3 Tage gerechnet. Wir freuten uns alle riesig auf diesen Urlaub und waren voller Erwartung.

Nun sassen wir also müde und abgespannt in unserer alten, klapprigen Kiste. Gegessen hatten wir zuletzt zum Mittag einen kleinen Snack. Trinken war angesagt. Wir hatten den ganzen Tag bei glühender Hitze im Auto gesessen, haben uns über 2 Stunden artig in einen Autobahnstau eingereiht und nun waren wir einfach nur noch müde. Unser Wonneproppen benahm sich wirklich vorbildlich, er schlief hinten in seinem Sitz, wurde zwischendurch mal wach, trank und schlief weiter. Ein absolut stressfreies und pflegeleichtes Kerlchen, ganz die Mutter eben.

Wir kamen uns vor wie Maria und Josef mit dem Christkind, begehrten überall Einlass und wurden wegen Überfüllung abgewiesen, bzw. wollte man uns in unserer Not übers Ohr hauen. Das ging nun auch nicht, denn unser Budget war knapp, äusserst knapp und wir hatten erst den 2. Tag unseres Urlaubes. Also wurde weiter gesucht. Mittlerweile war mir persönlich ehrlich gesagt schon alles egal, aber als Schatzi meinte nachts um 23:30 Uhr hätten wir nun wirklich keine Chance mehr da wurde ich dann doch ein ganz klein wenig zickig. Ich hatte einfach keine Lust die Nacht im Auto zu verbringen. Nein, ich bestand auf einem Bett und der Lieblingssohn schrie von hinten lautstark auch er wolle ein Bett und wenn Papi keins will…na gut, dann soll er verzichten. Aber wir nicht, so! Das Kind hatte schon immer ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, sodass wir uns einigten, die nächste Übernachtungsmöglichkeit zu ergreifen.

Egal unter welchen Umständen.

Wenn man unter derartigen Bedingungen an die Sache rangeht, bekommt man auch was. Ganz schnell sogar. Man achtet auf das nächste Schild, hört den Preis. Gibt sein Einverständnis und wartet auf den Moment, wo man angesichts des Preises in einem weichen Daunenbett ohnmächtig wird. Vorher möchte der Wirt aber bitte kassieren. Das macht etwas stutzig und nun ist man bereit sich die Nobelsuite mal vorher anzusehen. Haben wir auch. Da ging dann die Diskussion nocheinmal los,ob man nicht doch… Aber nein, Schatzi war überstimmt und der Hotellier erklärte sich mit einem deutlich niedrigerem Preis einverstanden, nachdem wir ihn auf ein paar Einzelheiten hingewiesen hatten.

Wenn ich heute daran zurückdenke, so muss ich wirklich sagen, es war die schlechteste Übernachtungsmöglichkeit die man sich nur vorstellen kann. Wir haben alte Putzlappen, die wir im Auto für eine Notfallreparatur dabei hatten genommen und auf das Bettzeug gelegt. Denn mit diesem Bettzeug wollte man einfach nicht in Berührung kommen. Oben auf den Putzlappen lagen wir und zugedeckt haben wir uns in dieser schwülen Nacht garnicht. Dem Lieblingssohn musste ich eine Erziehungslektion verpassen, die mir noch heute leid tut. Entschuldige bitte, liebes Kind! Ich wünsche Dir sehr, dass Du mit Deinem Lieblingskind nicht mal in eine ähnliche Situation kommst, als Elter fühlt man sich dabei besch garnicht gut.

Wir haben diese Nacht wider Erwarten überlebt und ich möchte es der Phantasie des Lesers überlassen, wie denn wohl die hygienische Situation in dieser Nobelbuchte war. Nur soviel: Wir haben vorher oft gecampt und sicherlich muss man dabei auch einige Entbehrungen in Kauf nehmen. Aber so schlimm, wie in diesem Hotel wars wirklich nirgends.

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Schatzi und ich lieben Frankreich und sind schon sehr oft da gewesen. Das oben beschriebene Etablissement ist ein Einzelfall. Es dürfte heute auch nicht mehr existieren.

Wie es dann in dem Bungalow in Spanien weiterging, erzähle ich bei Gelegenheit. Hier, auf diesem Sender!

4 Antworten zu “Maria und Josef in Frankreich”

  1. flash sagt:
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    Bevor du hier mit Geschichten aus dem Ausland kommst solltest du erstmal mit Kapitel 3 deines sonderbaren Cordhosenkäufers fortfahren.

  2. Flocke sagt:
    www.gravatars.com

    Entzug steigert das Verlangen:mrgreen:

  3. flash sagt:
    www.gravatars.com

    Ein wahrer Dealer würde das seinen Kunden NIE! sagen

  4. Flocke sagt:
    www.gravatars.com

    Psssst…

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