Kroetengruen kontrovers
Tod eines Grenzgängers
Unter dieser Überschrift versucht diepresse.com die Geschehnisse um Bruno, den Bären zu analysieren.
Gerade eben erzählte mir jemand, er fände den Abschuß richtig, der Bär hätte kleine Kinder auffressen können und dafür wollte keiner die Verantwortung übernehmen.
Ist ja n Argument, aber früher gabs in Deutschen Landen auch Bären, dieser soll nach Aussage von Bärenkennern harmlos gewesen sein, ein Irrläufer sozusagen. Der sich übrigens nichtmal alleine vermehren kann. Kroetengruen.de denkt, es hätte sicher bessere Möglichkeiten als den Abschuß gegeben.
Und was denkst Du?
Nachtrag: Hier gehts zum Kondolenzbuch… Danke für den Link an Matthias D.











26. Juni 2006 um 22:03
Das Problem ist wohl, dass die Bärenjäger, welche beauftragt waren den Bär zu fangen, dies nicht geschafft haben. Von Seiten der Politiker wollte niemand die Verantwortung tragen, den Bär lebend in Bayern zu lassen, wissentlich der Gefahr, dass er eventuell auch Menschen angreifen könnte.
26. Juni 2006 um 22:46
Lieber Bruno… ENDLICH BIST DU TOT…..
Wir Menschen haben es mal wieder geschafft, dank unserer Intelligenz und unserem Wissen einen Bär zu besiegen. Tatkräftig haben uns dabei von uns gewählte Politiker sowie schießwütige Jäger geholfen. Dich zu betäuben hätte dem Jäger wohl weniger Spaß bereitet.
Die Welt zu Gast bei Freunden? Lieber Bruno, damit warst wohl leider nicht Du gemeint. Verzeih uns Menschen, die ihre Nahrung in Supermärkten und beim Metzger einkaufen und sich nicht wie Du in freier Wildbahn ernähren müssen.
Klar, daß Du uns Menschen und unseren Kindern bitte nicht zu nahe kommst, aber ich denke in einem schönem Freigehege hätte es Dir sicher auch gut gefallen.
Aber leider gibt es in Bayern die CSU, das Landratsamt Miesbach und noch viele weitere Bürokraten die eindeutig bewiesen haben, daß sie weniger **** haben wie Du, denn bis zum heutigen Tage hast du sie alle ausgeschmiert….
Lieber Bruno, ich komme selbst aus Bayern und bin darauf heute überhaupt nicht stolz. Gerne hätte ich Dich in einem schönen Freigehege (kein Zoo hinter Gittern) besucht und Dir zugesehen wie Du dort mit anderen Bären glücklich bist.
Verzeih uns Menschen lieber Bruno, denn wir fliegen zwar zum Mars, klonen Tiere, beschmeissen uns mit High-Tech Bomben, aber ein Tier lebend zu fangen, das gelingt uns nicht…
Wir sind Deutschland? Nein, SO wollen wir nicht sein!!
Ruhe in Frieden lieber Bruno und auch dem Jäger, der Dich erlegt hat, wünsche ich ganz besondere Träume…..
**** zensiert durch Flocke
26. Juni 2006 um 22:57
Und nachher weint wieder jeder wenn der Braunbär zu den aussterbenden Tieren gehört und keiner wills gewesen sein!
26. Juni 2006 um 23:53
Danke für den Link.
Die Masse der Einträge im Kondolenzblog und die sehr rasche Anhäufung ist faszinierend, ich habe eben noch kurz die Daten dazu geschrieben.
27. Juni 2006 um 00:25
Es ist wohl der bloße Hohn, zu behaupten, man hätte Bruno nicht fangen können. Sorry, Brauner – wir sind auch nur Raubtiere, fürchte ich…
27. Juni 2006 um 03:41
Möchte nicht wissen, was die Artenschutzprogramme kosten, die die Wiederansiedlung von Bären etc. durchführen.
Entweder will man diese Tiere wieder in freier Natur haben, dann müssen sich die Menschen auch entsprechend darauf einstellen. Bruno hat niemand etwas getan. Eine ARD-Doko hat gezeigt, daß die Menschen in Italien wohl besser mit seinen “Verhaltensstörungen” klargekommen sind.
Ich glaube, da haben einige Offizielle ganz gehörige Wahrnehmungsstörungen.
Wie würde hier die Post abgehen, wenn irgendwo geschützte Elefanten abgeknallt werden, weil sie “verhaltensgestört” sind. Und die können wirklich Dörfer niedertrampeln im Gegensatz zu Bruno.
Verkehrte Welt!
27. Juni 2006 um 07:08
Über Wochen finden die den “Braunen” mit nicht. Und kaum ist der Abschuß freigegeben ist er innerhalb weniger Stunden erlegt…
Ich persönlich find’ den Abschuß richtig. Das Tier war ‘ne Gefahr.
27. Juni 2006 um 07:37
Ich denk dass man ein Tier nicht umbringen sollte weil es seinen natürlichen Instinkten nachkommt. Bär muss fressen, also frisst Bär. Er kann ja auch nciht riechen dass das nem Menschen gehört und wenn er das macht is pfui pfui… aber meine Güte,… Es berührt mich nicht sehr…
27. Juni 2006 um 09:02
Komisch, dass der Bär nicht lokalisiert wurde, solange es noch darum ging, ihn lebend einzufangen. Nach der Abschuß-Freigabe ging ja alles plötzlich ganz schnell. Und wenn es auch traurig ist, dass Bruno bald irgendwo ausgestopft zur Schau gestellt wird, sollte man doch die Kirche im Dorf lassen, Tier bleibt Tier.
27. Juni 2006 um 09:38
“Das Tier war eine Gefahr”. Stimmt. Leben ist gefährlich. Wenn wir mit dem Argument, “Das Tier war eine Gefahr” durch die Welt ziehen, dann können wir mal locker 20% der weltweit noch bestehenden Tierarten komplett ausrotten. Sämtliche größeren Bärenarten, alle Raubkatzen, Elefanten, Schlangen, etc.. Wenn wir hier dieses Argument durchgehen lassen, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn in Asien, Afrika und Südamerika das große Abschlachten weitergeht mit exakt der gleichen Begründung.
Die Welt ist kein Streichelzoo und der Mensch ist die größte Gefahr. Übrigens auch für den Menschen. Wir müssen (wieder) lernen, mit Gefahr umgehen zu können, anstatt einen einzelnen Bären aus der Natur zu “entfernen”.
27. Juni 2006 um 10:19
Alle schreien nach Natur und das man diese schützen muß, und wenn sich dann tatasächlich mal ein Tier ansiedeln will, wird es gejagt…..
So werden wir die Natur und Ihre Artenvielfalt nicht erhalten können.
27. Juni 2006 um 13:14
@Markus: Möcht’ Dich gern mal seh’n wenn ein Grizzly in Deinem Vorgarten auftaucht, oder Dir beim Joggen im Wald ein Wolf im Weg steht.
27. Juni 2006 um 13:31
Also normalerweise rennen dann diese Tiere eigentlich genauso schnell weg, wie die Menschen.
Dumm wirds nur, wenn sie nicht wegrennen und richtig dumm wirds, wenn beide stehen bleiben.
Und wenn ich dann auf einen Ast zum Beispiel trete, bekommt der Bär einen Schreck.
Genau das war das Problem, dieser Bär hatte keine Scheu mehr und wäre nicht weggelaufen.
Wenn dann noch die Menschen anfangen, auf “Bärenjagd” zu gehen, nur um ihn einmal zu sehen, oder zu fotgrafieren, ist Gefahr im Vollzug.
Deshalb ist der Bär, aber auch der Jäger ein Opfer.
Damit das gleiche nicht bei den Wölfen passiert, wird auch gar nicht mehr groß erwähnt, wenn mal wieder einige durch die Wälder laufen.
Vielleicht wäre das beim Bären vernünftiger gewesen.
28. Juni 2006 um 10:47
@Hubbe: Bruno war ja kein Grizzly, sondern ein ganz einfacher Braunbär und zum Glück jogge ich nicht
Mal im Ernst: ich glaube schon, daß ich mit den Gefahren des Lebens durchaus bewußt umgehe. Ich habe einen Beruf, in dem es leider auch Tote gibt, bin selbst mal aus 16m abgestürzt. Ich klettere auch in meiner Freizeit und in einer Wand darf man sicher nicht leichtsinnig sein. Das hat jetzt nichts mit Tieren zu tun, zugegeben. Aber damit, daß Leben nichts mit der Sicherheit eines Laufställchens zu tun hat.
In diesem Fall heißt das: man muß sich mit seiner Umgebung auseinandersetzen. Ich war tatsächlich schon im Nordosten Deutschlands in Wäldern spazieren, in denen es mittlerweile wieder Wölfe gibt. Im Sommer bei schönem Wetter. Da kann man dann recht beruhigt sein. In einem kalten Winter würde ich mir vielleicht ein Feuerzeug und eine Sprühdose mitnehmen (haben mir Freunde aus Kanada empfohlen), die man dann zu einem Flammenwerfen mißbrauchen kann. Wölfe sollen selbst bei großem Hunger davor einen Heidenrespekt haben.
Der Bär Bruno hatte Angst vor schreienden Menschen. Der Gastwirt, der am vorletzten Tag Bruno der Polizei gemeldet hatte, hat erzählt, daß er den Bären angeschrien und dieser daraufhin die Flucht ergriffen hätte. Gut zu wissen, oder ?
28. Juni 2006 um 11:38
@Markus: Natürlich hatte Bruno noch Angst vorm Menschen, aber er hatte keine Scheu mehr vor ihnen. Er näherte sich ihnen und da ist einfach unnatürlich.
Solange so ein Tier egal was, kann auch ein Wildschwein oder Rehbock sein einen Fluchtweg findet, wird es auch fliehen. Aber wenn dieser Weg verstellt ist, wird es nicht mehr fliehen, sondern sein Heil im Angriff suchen.
Was wäre passiert, wenn der Bär in einem Stall von einem Bauern überrascht wurde wäre?
Wir müssen uns wirklich jetzt damit ausseinander setzen, ob ein dicht besiedeltes Gebiet, welches auch noch von vielen Touristen heimgesucht wird, überhaupt eine Heimat für diese Tiere werden kann. Deshalb werden diese Tiere auch nur dort angesiedelt, wo nur sehr wenige Menschen leben und Zugang zu den Lebensräumen der Wildtiere haben.
Jetzt wissen wir, dass möglicherweise erneut Bären nach Bayern kommen werden und diesen Bären muss frühzeitig beigebracht werden, dass sie in der Nähe von Siedlungen nicht zu suchen haben. Vergrämen nennt man das, kann durch Elektrozäune, aber auch durch Gummigeschosse geschehen.
Du sprachst auch die Wölfe an.
Wölfe sind keine Gefahr, im Sommer und im Winter auch nicht. Die Wahrscheinlichkeit, überhaupt einmal einen Wolf bei uns zu Gesicht zu bekommen, ist äußerst gering. In ganz Ostdeutschland gibt es zwei Rudel und dann kommt immer noch mal ein Grenzgänger aus Polen herüber.
Selbst wenn Du doch einmal in die Nähe eines Wolfes kommen solltest, der riecht und sieht Dich sehr früh und verschwindet so schnell er kann.
Er weiß das von Menschen eine Gefahr ausgeht.
Das machen im übrigen alle Wildtiere so.
Die Tiere die das nicht mache, von denen dann wirklich eine Gefahr ausgeht, die werden wenn fangen nicht möglich ist, erschossen.
Das geschieht mit den Wildschweinen in der Großstadt auch und da regt sich keiner rüber auf.
Höchstens die, die dafür gesorgt haben das Tiere die in den Wald gehören, den Weg in die Siedlungen finden, da es dort leckeres Essen gibt.
Die sind dann aber auch verantwortlich für den Tod dieser Tiere.
Denn schließlich gehört zum Naturschutz auch, dass ich keinen Müll und keine Lebensmittel an den Wegrand schmeiße und das womöglich noch in der Nähe von Wäldern.
28. Juni 2006 um 15:11
Ich verurteile den Abschuß von dem Bären absolut und bin der festen Überzeugung, dass er deswegen sterben mußte, weil die Bärengeschichte mittlerweile zum Politikum geworden ist. Ich begreife nicht, warum das Lebendfangen nicht möglich war, es gibt genug Möglichkeiten, ein Wildtier lebend zu fangen. Und wenn es auch ein Betäubungsschuß ist.