Hieroglyphen und Senfgurken
Nunja, ganz so schlimm wars ja nicht, das alte Rezept von Omas Senfgurken. Trotzdem: Das Rezept zu entziffern gestaltete sich als durchaus sehr mühsam.
Umso mehr freue ich mich euch verkünden zu können das der liebe Herr Parkuhr sich die Mühe gemacht hat und seinen heiligen Sonntag der Übersetzung widmete, die ich euch nun voller Stolz präsentieren darf:
Senfgurken einzumachen
Die Gurken werden gewaschen, geschält, in beliebige Stücke geschnitten, die Kerne herausgeschnitten. Hierauf stehen
für 24 Stunden, nachdem sie scharf gesalzen sind, dann trocknet man sie ab mit einem reinen Tuche, dann wird
Weinessig kochend aufgegossen. Dieses wird noch zweimal wiederholt und steht immer 48 Stunden. Dann wird frischer
Weinessig genommen, dieser mit Gewürznelken, Nelkenpfeffer [Piment, Anmaßung des Übersetzers], Lorbeerblättern
und Zucker, je nachdem einer es süß haben will aufgekocht, ist dieser Essig am Kochen, gibt man die Gurken hinzu, läßt
es zusammen durchkochen, weil sie ungekocht sehr hart sind; dann werden Gurken und Senf (wenn man will auch in
Würfel geschnittener Meerrettig und in Scheiben geschnittene Zwiebeln, jedoch kann Meerrettig und Zwiebeln auch
zurück bleiben) schichtweise eingepackt, die Sauce darüber gegossen, zugebunden und an einem der Luft nicht
ausgesetzten Ort vewahrt.
Dirk schreibt weiter:
Das Nachkochen gestaltet sich schwierig… weil absolut keine Mengenangaben (außer "scharf gesalzen") enthalten sind… Nach Gefühl könnt’ ich das auch ohne dieses Rezept. Und wenn ich Senfgurken oder "Gurken auf schlesische Art" einkoche, erspare ich mir die Kasperei mit dem zweimaligen Aufkochen des Essigsuds: Ich übergieße kochend zusammen mit den Gewürzen, verschließe die Einkochgläser mit Klammern und lasse sie 90 Minuten im Einkocher "Karussell fahren".:wink: Übrigens kann man auch wunderbar junge (=kleine) Zucchini auf diese Art zu Senfgurken verwandeln. Sind ja eh alle verwandt…
Lieber Dirk, ich danke Dir für diesen Einsatz und belohne ihn mit einem weiteren Krötenlob, welches Du Dir aus der Sitebar mopsen darfst…
Ich werde das Rezept bei Gelegenheit nachzukochen versuchen und vom Ergebnis berichten.










3. April 2007 um 20:10
Fertich – ich habe das Siegel auf die Parkuhr gepappt
3. April 2007 um 22:05
Huiii… sogar mir Krötenzaun! Dankeschön!