Es war einmal…
… vor vielen Jahren, als wir noch diese herrlichen Campingurlaube in freier Natur machten. Der Lieblingssohn war noch klein und konnte von allem, was da so in Gottes freier Natur kreucht und fleucht, nicht genug bekommen. Das Ganze gipfelte in der Fütterung von Ameisen, die mit den Worten “Nun friss doch endlich!” mittels Weißbrotkrumen in die durch den Kantenumleimer entstandenen Löcher am Campingtisch zu Tode gedrückt wurden. Aber das ist eine andere Geschichte…
Heute möchte ich euch von einem Campingurlaub berichten, der noch weiter zurück liegt. Viel weiter. In einer Zeit, als es den Lieblingssohn noch garnicht gab, einer Zeit, als Schatzi und ich noch alleine rumtingelten und mit Blumen im Haar das wilde Leben der 68iger genossen…
Damals, als das Reisen mittels Automobil noch angesagt war und die Benzinkosten bei etwa 90 West-Pfennigen lagen ergab es sich das wir einen unserer, später ungezählten, Urlaube in Frankreich machten. Natürlich mit dem Zelt, alles andere hätten wir uns garnicht leisten können. Für “Billige” gabs natürlich auch keine Campingkultur, die bestand aus einer Kaltwasserdusche und einem kleinen Häuschen mit Herz in der Tür, Plumpsklo, dafür aber auch kein Strom…
Das Zelt wurde in einem wunderschönen Felsental an der Ardèche aufgebaut, ein sagenhaft schöner Platz, etwas erhöht mit einem Super-Panorama in einem kleinen Laubwald, der wunderbaren Schatten an diesen schwülheissen Tagen spendete. Einen dieser Laubbäume suchten wir uns als Blätterdach aus, bauten unser Zelt auf und freuten uns auf ein paar schöne Tage.
Soweit die Theorie…
Die Praxis sah leider anders aus, denn als wir unseren Mittagsschlaf beendet hatten und aus dem Zelt heraus kamen erwartete es uns: DAS GRAUEN schlechthin… Nein, kein Unwetter übelster Sorte, vielmehr ein Ereignis, das sich dennoch seinen Weg in die kroetengruenen Annalen unter “Naturkatastrophe” bahnte. Die Rede ist von einer Raupenplage allererster Güte. Raupen, die sich zu hunderten tausenden hunderttausenden auf “unserem” und den umliegenden Bäumen befanden und sich in ebensolcher Anzahl auf unser Zelt fallen liessen um dann, auf dem Boden angekommen, in das äußere Vorzelt und später das innere Vorzelt einzudringen.
Nun ist der Campingfreund ansich nicht so leicht zu erschrecken und so machten wir uns todesmutig an das Abnehmen dieser kleinen, possierlichen und extrem dicken, behaarten Tierchen. Rückblickend kann ich ohne Übertreibung sagen das wir den Kampf gegen die Natur aufnahmen… und natürlich unterlagen. Vorne angefangen, in das kleine Eimerchen sammelnd, hatten wir gerade den hinteren Teil erreicht als vorne bereits alles wieder voll war von diesen ekelhaft anmutenden Tierchen, die doch nichts anderes wollten, als sich einmal als wunderschöne Schmetterlinge in die Lüfte zu erheben…
Ich sagte es bereits: Wir unterlagen im Kampf gegen die Natur. Aber wir siegten nach Punkten, denn immerhin haben wir es 2 Tage und 2 Nächte an diesem Platz ausgehalten bevor wir, im wahrsten Sinne des Wortes, unsere Zelte abbrachen. Aber wir haben uns ein Erlebnis verschafft, von dem wir nach Jahrzehnten noch recht bildhaft berichten können.
Übrigens fiel mir diese kleine Geschichte wieder ein, als ich von Chrilles Problem erfuhr. Der denkt nämlich darüber nach, wie er seine Raupenzucht überwintern kann…











4. September 2009 um 09:16
Liebe Frau Flocke,

eine wahrhaft köstliche Geschichte, die jedoch auch einen Hauch Romantik in sich birgt.
Diese Erinnerung muss gepflegt werden.
LG
4. September 2009 um 10:01
@ Frau Wolkenlos: Sie lieben Romantik? SchaunSe mal hier
4. September 2009 um 10:33
Hach’ schnief.. wie schön.
Gemeinsame schöne Erinnerungen pflegen, dass ist wahrlich Romantisch.
LG
4. September 2009 um 11:02
Uuuu – wie aufregend!
Aber du weißt nicht was das für welche waren oder?!
Würde mich interessieren.
Denn wir hatten vom Kohlweißling welche im Garten und die sind auch zu mehreren vertreten und behaart!
Auf jedenfall sind solche Erinnerungen Goldwert
MLG