Das Schwierigste an der Pubertät sind die Eltern

Es gibt einen Lebensabschnitt im Leben der meisten Menschen, der ohne Übertreibung als absolut schwierig bezeichnet werden kann:

Betroffen sind Männer und Frauen zwischen Dreißig und Fünfzig, ein Alter in dem man von der Gesellschaft normalerweise schon als "gemäßigt" angesehen wird. Die "Jugendlichen Flausen" sind zwar vielleicht noch hier und da vorhanden, aber aufgrund der inzwischen selber ins Leben gesetzten Kinder ist ein gewisses Verantwortungsgefühl der Brut gegenüber entanden.

Und so geben wir liebenden Eltern dann gerne auch unsere Lebensweisheiten an unsere Kinder weiter. Solange wir noch jung genug sind (bis maximal 40) geht das auch alles gut und unsere lieben Kleinen entwickeln sich prächtig. Dann aber kommt der Punkt, an dem wir einfach zu alt sind. Unsere geistige Flexibilität lässt innerhalb kürzester Zeit nach und die armen Kinder müssens ausbaden…

Es beginnt mit dem Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses: Warum müssen Eltern ab 35 immer wieder an die gleichen Dinge erinnern? Gebetsmühlenhaft nerven sie ihre Kinder mit ständig wiederkehrenden Bemerkungen:

Wo gehst Du hin?

Wo kommst Du her?

Nimm den Müll mit!

Komm pünktlich nach Hause!

Hast Du schon den Müll runter gebracht?

Räum Dein Zimmer auf!

Mach die Musik/ den Fernseher leise!

Rauchst Duhu???

Hast Du etwa getrunken?

Nimmst Du Drogen?

Nimm das Base-Cape wenigstens beim Essen ab!

Räum jetzt endlich Dein Zimmer auf!

Das nächste Mal bringst DU aber den Müll runter!

u.s.w., u.s.f…

Wenn es soweit mit uns Eltern gekommen ist, dann wird es richtig schwierig für unsere Kinder, die ja nun auch zum Glück das passende Alter erreicht haben, damit wir es Ihnen aber auch so wirklich richtig peinlich machen können: Eine liebevolle Umarmung mitten in der Öffentlichkeit, evtl. verbunden mit einem liebevollen Küsschen, wohlmöglich wenn auch noch ihre Freunde zugegen sind…, oder eine einfache liebevolle, öffentliche Umarmung der Eltern (untereinander!) führen oftmals zu Verwirrung. Überhaupt: Die Art und Weise wie wir mit unseren Gefühlen umgehen ist aber auch sowas von uncool…

Wir Alten, langsam zur Senilität neigenden Eltern machen unseren nun heranwachsenden Jugendlichen große Sorgen. Denn auch wenn wir ihnen jetzt häufig als Last erscheinen, irgendwo brauchen sie uns doch, außerdem sind sie auch noch finanziell von uns abhängig. Das nervt sie verständlicherweise enorm und aus dieser Zwickmühle heraus werden sie unsicher (was sie natürlich nie zugeben würden, denn das wäre ja nun auch total uncool).

Unsicherheit wirkt konfliktverschärfend… Unsere Kinder brauchen professionelle Hilfe, denn wir haben sie inzwischen fast krank gemacht. "Klassische pubertätsbestimmtes Verhalten" diagnostiziert dann auch der hinzugerufene Medizinmann.

Die hormonelle Umstellung ihres junges Körpers , die sie das andere Geschlecht plötzlich mit anderen Augen sehen lässt, das wegrutschen der jungenhaften Stimme, der erste Liebeskummer, all  das bricht plötzlich über unsere Kinder herein. Eitrige Pickel, die nichtmal vorm Gesicht halt machen…

Dafür haben wir Alten ja nu gar kein Verständnis: Mama bereitet sich schließlich gerade selbst ausgiebig auf ihre Menopause vor und Papa blickt auf die vorletzte Stufe seiner Karriereleiter, wobei sein Gleichgewichtssinn aufgrund des gerade einsetzenden zweiten Frühlings ins Wanken gerät. Ja, Papa wird wankelmütig, trägt wochentags Anzug mit Krawatte und in der Freizeit Leder auffer Harley. 

Herrliche, schöne, verrückte aber auch schwierige Jahre sind das so zwischen Dreißig und Fünfzig.

Das dachten sich wohl auch Tina und Rüdiger. Und weil sie so total uncool drauf sind, haben sie einem neuen Blog das Leben geschenkt, den geplagten Eltern. Hier versuchen Tina und Rüdiger die Erlebnisse mit ihren Teenies aus ihrer Sicht zu zeigen, die natürlich total falsch ist. Die beste aller Töchter und der beste aller Söhne kommentieren dann auch aufklärend um die beiden Alten wohlwollend zu unterstützen und zu lenken.

Is doch schön, wenn die Kinder sich um die alten Eltern kümmen…

6 Antworten zu “Das Schwierigste an der Pubertät sind die Eltern”

  1. tAXMAN sagt:
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    Bis zum Punkt “Rauchst Duhu???” kam es mir vor, als hätte sich die werte Frau Flocke für ein paar Tage bei uns eingeschlichen und beobachtet.
    Der Große ist zwar erst 11, vermag mit seinem derzeitigen Verhalten und Auftreten jedoch ganz gut, wenn auch nur teilweise, den oben dargestellten Klischees (??) zu entsprechen. Das kindliche Verhalten dominiert zwar noch, die Tendenz zum avisierten, pubertierenden/pubertäten “Problemfall” ist indes schon deutlich zu erkennen.
    Vielleicht kann man dem Blog der “geplagten Eltern” ja Hinweise und Ratschläge für den Umgang mit unseren Entwicklungsfällen entnehmen. Ich für meinen Teil habe auch schon über eine verstärkte Präsens von Beiträgen zum Thema “Mein Kind und ich” nachgedacht. Junior dürfte von diesen Überlegungen nichts wissen, ist aber stetig bemüht mich mit bloggenswertem Material zu versorgen. Mal schauen, wo das hinführt…

  2. Falk sagt:
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    Was sicherlich auch gut kommt:

    Die lieben Kleinen irgendwo hin bringen oder abholen und dabei so richtig lauft richtig schöne Musik im CD-Autoradio hören :mrgreen:

    Es sollte vorher abgeklärt werden, welche Art von Musik dafür besonders geeignet sein könnte, um Eindruck zu machen :mrgreen:

  3. Ruediger sagt:
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    @Taxmann
    Danke für den Willen zu helfen, Hilfe ist willkommen. :wink:

    @Flocke
    Danke für den netten Artikel. :)

    Als ich den Beitrag der Din-Phrasen schrieb habe ich fest damit gerechnet, dass die beste Tochter von allen Kontra gibt und Ihrerseits elterlich Phrasen ähnlich der hier bereits aufgeführten von sich gibt. Oder auf ein “Geburtsrecht” pochend, sich zu einem eigenen Artikel gezwungen sieht und Autorenzugang einfordert. Bisher jedoch Fehlanzeige …. die Ruhe vor dem Sturm? :roll:

  4. Ecki sagt:
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    Meine Kinder kümmern sich auch schon um mich :)

  5. Flocke von Kroetengruen sagt:
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    @ tax: Freut mich, wenn ich Dir ein paar tröstende, aufmunternde Worte spenden konnte, Dich die schweren Momente eines pubertierenden Vaters für einen kleinen Moment vergessen ließ. :mrgreen:

    @ Falk: Alles was auffällt ist Willkommen! Notfalls hilft auch ne Blume im Haar :mrgreen:

    @ Ruediger: Sag ihr einfach, sie solle ja nicht auf den Gedanken kommen Autorenzugang zu fordern und warte 3 Tage :mrgreen:

    @ Herr Eckbert: Ja, Sie machen wirklich auch schon einen leicht senilen Eindruck. Ich überlegte schon, woher wir uns kennen. Jetzt weiss ichs: Ausser Therapie! :razz:

  6. Dandu sagt:
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    Ich kümmere mich auch schon um meine Mutter aber meine Tochter nicht um mich. :???:

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