“Die” schütten mich zu…
Mittwoch, 7. Oktober 2009Zwei Tage bin ich in einem Zustand absoluten Desinteresses am Briefkasten vorbeigelaufen und habe ihn keines Blickes gewürdigt. Heute dann die bittere Erkenntnis: Es war ein Fehler, ein großer Fehler. Vor Allem aber ein schwerer Fehler, denn ein riesengroßer Berg an Werbebroschüren musste in die Belle Etage transportiert werden. Ich sag Ihnen was: Alles Werbung! Prospekte jedweder Coleur, die da wären:
- kleiner Handzettel vom Pizzamann
- wöchentlich erscheinender, kostenloser Zeitungsverschnitt, der sich mit den Belangen des Anwesensschen Umfeldes beschäftigt. Prima um die Kartoffelschalen drin einzuwickeln…
- Hochglanzkatalog eines großen Teppich-Hauses, DIN-A4, 162 Seiten, in Folie an mich persönlich adressiert. Scheinbar zur Strafe, weil wir dem Haus mal einen größeren Auftrag zugeschoben ham… Aber jedes Jahr bekommt das Anwesen ja nu auch keine neuen Perser.
- Folgerichtig bietet ein anderes Unternehmen die Reinigung derselben^ sowie der Gardinen an.
- Frau P. schickt ihren aktuellen Herbst-Winter-Katalog. Hochglanz und umfangreich… Kleiner Gag am Rande: Fragt mich neulich ein Bekannter ob die denn wirklich “Poppen” heisst…
- Ein Telefonbuch ausschließlich für die Umgebung des Anwesens. 432 Seiten Zahlen und Werbung ausm Bezirk. Okay, ich gebs zu, dass ich die sogar sammle. Ist ganz interessant, die uralten mit den neuen zu vergleichen.
- Ein großes Versandhaus das sich bescheiden nach dem Klang eines kleinen Glöckchen benannt hat druckte auf 123 Seiten Hochglanz die neue Herbstkollektion und stellte ebenfalls zu.
- Ein Gutschein vom Billigfrisör. Das Anwesen liegt in dessen Einzugsbereich und nun lädt er mich zum einjährigen Jubiläum auf ein Glas Sekt ein. Der will sich doch nur mit mir schmücken, kenn ich doch alles. Inner nächsten Ausgabe von ^ 2. erscheint dann mein Konterfei im besoffenen Zustand. Das ist doch Rufmord!
- Ein großes Möbelhaus bietet Rabatte von bis zu 60% an, aber nur bis Samstag! Die müssen wohl ihren Ramsch schnell loswerden…
- Der Juwelier umme Ecke möchte auch mal wieder einen Kunden haben. Eine kleine Preistabelle von Reparaturen wie Kette löten oder Batterie einsetzen schickt er, aber auch die Preise die er für Zahngold zahlt. Soll ich jetzt der Omma von nebenan die ßähne ausschlagen?
- Drogen-Dirk hat auch wieder jede Menge Angebote in seiner Drogerie, der Prospekt umfasst mehrere Seiten, allerdings auf chlorfrei gebleichtem Papier.
Wie gesagt, das ist die Auswahl von 2 Tagen. Der Briefkasten war übergequollen, als wir ihn endlich von seiner Scheinschwangerschaft befreiten.
Schatzi bringt jetzt erstmal den Müll runter…




Wie sang mein Papa immer laut und vernehmlich in derartigen Situationen: "Der Wind spielt mit der Lokustür… und eine Stimme ruft: Papier!"









