Archiv für die 'Historisches' Kategorie

Buch zu gewinnen!

Donnerstag, 24. September 2009

Liebe Ossis und Ossininnen, liebe Wessis und Wessininnen!

Am 3.10. 1990 trat die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der BRD bei. Aus diesem Grunde feiern wir seitdem den Tag der Deutschen Einheit.

Bald ist es wieder soweit und ich möchte das Ereignis nutzen und ein Buch verlosen, das die Ost-West-Thematik auf eine ganz eigene Weise behandelt. Es heißt  ”Endlich Buntes” und wurde von Hagen Liebling, dem Bassisten der Ärzte geschrieben. Es behandelt die Frage, was denn zahlreiche ostdeutsche Promis damals  mit den 100,– DM Begrüßungsgeld, die es ja nach dem 9. November 1989 für jeden Ossi im Westen gab, anstellten. Katarina Witt, Leander Haußmann, die Phudys, Jens Weißflog und viele andere verraten dem Leser auf amüsante Weise ihre ganz persönlichen Geschichten dazu.

Dieses Buch, in der Orginalausgabe vom Oktober 1999,  möchte ich verlosen. Es ist gebraucht und verfügt über einige Lesespuren, befindet sich aber für sein Alter in einem guten Allgemeinzustand.

Einzige Bedingung:

Schreibt mir einfach in die Kommentare was ihr mit 100,- €uro tun würdet, wenn ihr sie heute geschenkt bekämt.

Unter allen Kommentatoren wird das Buch verlost.

Einsendeschluss  ist der 3.10., wann sonst?

Und jetzt bin ich auf eure Ergüsse gespannt…  tongue

Die Geschichte des O.

Mittwoch, 5. November 2008

…ist eine Geschichte voller Missverständnisse erfolgreicher, exzessiver Werbekampagnen und vielleicht gerade deshalb ein echtes Phänomen unseres noch neuen Jahrtausends.

Es ist enorm wie weltweit die Massen motiviert wurden, Aufbruchstimmung erzeugt, ja eine Form der Massenhysterie entstand, die letztendlich zum Sieg führte. 

A Star Was Born!

Ich bin fair und gratuliere aufrichtig, meine sogar mit dem Ergebnis ganz gut leben zu können. Bin ich schon infiziert von dieser O-Ba-Mania? Ich schreibe hier sehr selten über das große Weltgeschehen, in diesem Fall möchte ich mal wieder eine meiner wenigen Ausnahmen machen.

Da ist die Rede von einem enorm charismatischen Menschen, Vergleiche mit historischen Halbgöttern der Weltgeschichte werden gezogen. Vorschusslorbeeren gabs in selten gekannter Hülle und Fülle, Emotionen wurden geschürt. 

Okay… der Mann kommt sympathisch rüber und sieht auch noch recht passabel aus, was ja bekanntlich immer Stimmen von den meist politisch wenig interessierten Weibchen mit sich bringt. Das ist übrigens nicht nur in den Vereinigten Staaten so…

Politische Kompetenz für dieses hohe Amt, die ich ihm in keiner Weise absprechen will, die er aber dennoch erst unter Beweis stellen muss, kommt für mich dennoch an erster Stelle. Neben dem Aussehen, das frau ändern kann, wie unsere Chancelliere doch recht eindrucksvoll bewiesen hat. Und auch das Geschlecht oder die Hautfarbe sollten keine Rolle spielen. Berlin ist übrigens Vorreiter was diese Denkensart angeht, und das ist gut so. 

Ich bin gespannt, was uns mit O. erwartet. Die Hoffnungen, die sein Volk und die Welt in ihn setzt sind groß. Wünschen wir ihm die nötige Kraft und Stärke diesen gerecht zu werden.

Hach, bin ich guuut ;-)

Mittwoch, 27. August 2008
Na bitte, so unpolitisch wie manche denken bin ich scheinbar doch nicht. Sonst hätte ich als gebürtige und gelernte Wessine beim Welt-Online-Test "Was wissen Sie über die DDR?" wohl nicht 87% gewusst…

Meine Meinung:

Donnerstag, 3. Juli 2008

"(1) Die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Die Repräsentation des Gesamtstaates in der Hauptstadt ist Aufgabe des Bundes. Das Nähere wird durch Bundesgesetz geregelt.

(2) Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold."

So steht es in Artikel 22 unseres Grundgesetzes.

Ich bin keine Juristin und kann nur mit meinem hoffentlich gesunden Menschenverstand Recht und Gesetz verstehen, oder auch manchmal eben nicht. Den Artikel 22 habe ich bisher immer verstanden und hielt ihn durchaus für sinnvoll.

Jetzt fordern der Verein Deutsche Sprache und der Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland eine Erweiterung um den Zusatz "Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch".

Es soll "dem schleichenden Bedeutungsverlust der deutschen Sprache entgegengewirkt werden" heisst es u.A. in der Begründung.

Achtzehn europäische Länder hätten, neben der Türkei und Korea, bereits einen derartigen Zusatz in ihre Verfassung aufgenommen, meldet Welt-Online.

Müssen wir nun deswegen auch? Oder geht es um ganz andere Ziele?

Bereits vor 2 Jahren habe ich vor dem Untergang der deutschen Sprachkultur gewarnt. Ich liebe meine Muttersprache, das ist kein Geheimnis. Aber kann man eine Sprache per Gesetz vorschreiben? Sprache verändert sich, nicht nur die Deutsche. Schlagt doch mal in einem Englisch-Wörterbuch das Wort "Kindergarten" nach, oder "Sauerkraut". Beides Begriffe die lange vor der ständig wachsenden Globalisierung Einzug in die Englische Sprache nahmen, nämlich unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg. Es gibt noch mehrerer solcher Beispiele…  Andererseits muss man ja nu dazu nich gleich n Krieg anzetteln…

Einen sehr informativen Artikel über die Entstehung und Entwicklung der deutschen Sprache habe ich hier gefunden. Auch wenn  er recht lang ist, eine bessere Erklärung für die Veränderung der deutschen Sprache kann man m.E. kaum finden.

Die Geschichte vom Turmbau zu Babel fällt mir ein, eine Parabel aus der Bibel, die noch heute ihre Daseinsberechtigung findet.

Momente wie dieser lassen mich erschauern…

Die Welt verändert sich, wird enger. Grenzen fallen. "Multikulti" ist das Schlagwort unserer Zeit.

Die deutsche Sprache wird, nein- sie muss sich verändern. So wie alle anderen Sprachen auch. Veränderung ist Leben und tote Sprachen haben wir genug.

Ich freu mich auf diese sicherlich sehr langfristig angelegte Verjüngungskur meiner Muttersprache, auch wenn ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied nehmen werde, wünsche ich mir für meine Nachfahren ein friedliches Miteinander ohne Verständigungsprobleme.

Und ich wünsche mir stolze, aufrechte Nachfahren die sich ihren verbalen Umgang miteinander nicht per Gesetz vorschreiben lassen, denn auch das ist Freiheit.

Zu guter Letzt möchte ich noch auf Dr. Lazarus Ludwig Zamenhof hinweisen, der bereits 1887 die internationale Sprache Esperanto entwickelte. Zamenhoff lebte in einer polnischen Stadt deren Bürger verschiedenen Volksstämmen angehörten. Entsprechend groß war das Verständigungsproblem.

Esperanto konnte sich nicht durchsetzen. Warum? Vielleicht weil sich Sprache nicht vorschreiben lässt? Weil sie sich langsam entwickeln muss?

Batrachomyomachia

Sonntag, 30. Dezember 2007

Unter dem Pseudonym R. W. Aristoquakes plant der selbsternannte zeitgenössische Kriegsberichterstatter Roland Wiegran im Internet ab Frühjahr sein Fortsetzungs- Epos "Batrachomyomachia, Ilias post Homerum" zu veröffentlichen.

Jaja, ich weiss… das klingt erstmal sehr trocken. Ist es aber nicht. Denn R.W. Aristoquakes unterlegt sein Epos, das den Froschmäusekrieg behandelt, mit über 4.000 eigenen kunstvollen Federzeichnungen*, die zuweilen an das Kamasutra genauso wie an Wilhelm Busch erinnern.

Grundlage für das Werk bildet die Verknüpfung einer Tierfabel, welche eine Parodie auf die Iliade darstellt, die zunächst Homer, später anderen Autoren zugeschrieben wurde, mit der Bibel und Aristoquakes stellt die These auf, daß diese 3 wichtigsten Werke der Weltliteratur miteinander verknüpft sind.

Über 10 Jahre hat Aristoquakes recherchiert. Herausgekommen  ist ein Werk das seines Gleichen sucht und auch bislang Desinteressierte an die griechische Mythologie heranzuführen vermag. Ich jedenfalls bin mehr als beeindruckt.

Nebenbei -wie zur Entspannung- hat Aristoquakes eine umfangreiche Sammlung zum Thema Frösche aufgebaut, die ich in derartigem Umfang noch nicht gesehen habe. Weihnachtliche Froschanhänger für den Weihnachtsbaum finden sich auf seinen Seiten ebenso wie ein Froschadventskalender, der jedem Froschliebhaber das Herz aufgehen lässt. Wetterfrösche, ein Froschmalbuch und, und, und…. kaum zu fassen, noch weniger zu beschreiben, daher bitte unbedingt selbst ansehen!

Selbstbewusst und ohne falsche Bescheidenheit hat sich Aristoquakes bereits selbst ein Denkmal gesetzt. Vollkommen zu Recht übrigens…

* Ich danke Aristoquakes ganz herzlich für die Genehmigung zur Veröffentlichung seiner Zeichnungen.

Kroetengruen politisch?

Donnerstag, 24. Mai 2007

Nein, dieses Blog wird auch weiterhin nur im absoluten Ausnahmefall politisch werden. Nicht, weil es seiner Autorin an eigener Meinung fehlt, sondern einfach weil dieses Blog der Entspannung dienen soll.

Und entspannend ist Politik nunmal nicht. Eher spannend führt sie immer wieder zu zahlreichen hitzigen Diskussionen, die oftmals über den verbalen Schlagabtausch hinausgehen und/oder gar unter die Gürtellinie zielen.

Ich erzähle dies, weil mich ein Gespräch neulich Abend über diese Thematik nachdenken ließ. Mein wesentlich jüngerer Gesprächspartner bemängelte dabei, das seine Generation wenig über politische Hintergründe der Zeitgeschichte wüsste und es ihr damit schwierig gemacht werde, sich ein eigenes Urteil zu erlauben. Er bemängelte auch, keine älteren Leute zu kennen, die bereit wären über ihre politische Vergangenheit zu reden. Sowas finde ich nun wirklich schade. Gespräche mit Zeitzeugen runden ein Bild ab, zeigen die menschliche Problematik jener Zeit, jenseits der großen Weltpolitik.

Ich habe gerade Anonymas Buch "Eine Frau in Berlin" gelesen. Es entstand nach den Tagebuchaufzeichnungen einer damals etwa 30-jährigen Frau in der Zeit des Einmarsches der Roten Armee vom 20.4.- 22.6.1945, hier in Berlin.

Wie sind eure Erfahrungen in dieser Hinsicht? Interessiert ihr euch für Zeitgeschichtliches und habt ihr Gelegenheit, mit Zeitzeugen darüber zu reden, bzw. wo informiert ihr euch?

Zum Schluss noch ein Linktipp: http://www.dhm.de/lemo/home.html  Hier erfahrt ihr alles, was in den letzten hundert Jahren in Deutschland passiert ist. Vom Kaiserreich bis heute. Übersichtlich und reichhaltig bebildert.

Historisches zum Jahreswechsel

Samstag, 30. Dezember 2006

"Der Staatshaushalt muß ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden. Die Arroganz der Behörden muß gemäßigt und kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert werden, wenn der Staat nicht bankrott gehen will."

(Marcus Tillus Cicero, römischer Politker, 106 v. Chr.- 43 v. Chr.)

Eine kleine Geschichtsstunde

Dienstag, 31. Oktober 2006

In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November (Allerheiligen) ist Halloween. Der Name setzt sich aus dem englischen "eve" (deutsch: Vorabend) und "hallow" (deutsch: Heiliger) zusammen.

Zum Ursprung dieses Festes gibt es zwei Erklärungen:

  • die Keltische:

Die Kelten feierten den 1. Tag im November als Winteranfang und als keltisches Neujahrsfest Samhain, welches auch ein Fest für die Toten war. Mit Hilfe von Opfergaben, Magie und Zauberei wurde versucht böse Geister abzuwehren und die Toten zu besänftigen.

die Christliche:

Bereits im Jahre 835 verlegte die katholische Kirche Allerheiligen auf den 1. November. Vorher wurde er am 1. Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Hintergrund: Ein Gegensatz zu heidnischen Festlichkeiten sollte gesetzt werden.

Es bestand der Glaube das in dieser Nacht die Toten zu ihren Familien zurückkehren würden und um Fürbitte bäten.

Völlig unterschiedlich war der Umgang der Menschen mit diesem Glauben. Einige stellten Köstlichkeiten bereit um die Toten würdig zu empfangen und weiterhin guten Kontakt zu ihnen zu pflegen, andere widerum hatten Angst und verkleideten sich um die Toten so abzuschrecken und deren vermeintliche Angriffe zu verhindern.

Gruselige Verkleidungen und Süßigkeiten werden heute an diesem Tag von Erwachsenen und Kindern gleichermaßen geliebt. Das Basteln von ausgehöhlten Kürbisgesichtern als Laterne gehört genauso dazu wie das Herumstreunen der Kinder, die Erwachsene erschrecken und "süßes oder saures" mit finsterer Miene als Alternative in den Raum stellen.

Bei mir klingeln an diesem Abend manchmal Kinder. Ich hab dann immer ne Tüte Bonbons parat…

 

Passend zum Thema hat mir Charisma ein Foto geschickt, auf dem ihr Hexengewinn von der Halloween- Verlosung zu sehen ist. Dankeschön!

Ruhe sanft!

Samstag, 21. Oktober 2006

Vor vielen, vielen Jahren lief ich mit Schatzi über den -über die Stadtmauern hinaus bekannten- Spandauer Weihnachtsmarkt, den ich euch übrigens schon wegen seiner wunderschönen Altstadt- Kulisse für die kommende Saison ans Herz legen möchte.

Ich erinnere mich um einen Stand mit Dinkelkissen begeistert herumgeschlichen zu sein. Gekauft haben wir nicht, weil ich Schatzi von der absoluten Überteuerung dieser Kissen überzeugen konnte. Trotzdem hatten sie sich in meinem Hirn festgesetzt und so verging der Sommer nicht ohne das ich nicht regelmäßig an diese Dinkelkissen gedacht hätte… Ich beschloss im Herbst, diesmal auf dem Weihnachtsmarkt ein, nein zwei Dinkelkissen zu kaufen.

Der nächste Weihnachtsmarkt war da. Endlich! Also mach ich mich auf, die beiden Schätzchen zu kaufen. Ich fahre ganz allein nur wegen der Kissen, bummeln können wir ein andermal. Es ist nicht weit, ich wohne in der Nähe. Direkt neben der Kirche, in der schon mein Schwiegervater über das inzwischen über 600 Jahre alte Taufbecken gehalten wurde, gabs immer die Dinkelkissen. Ich steuere auf jenen Punkt zielgenau zu, bleibe abrupt stehen. Der Dinkelmann ist nicht da! Normalerweise haben die Händler ja immer den gleichen Standplatz. Nun heißt es suchen, denn vielleicht steht er ja einfach nur woanders? Nein, leider nicht. Der Dinkelmann steht sicher woanders, aber nicht auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt. Mist! Ich geh gefrustet nach Hause. Sch*** Weihnachtsmarkt!

Es wiederholt sich also ein Frühjahr, ein Sommer und ein Herbst ohne Dinkelkissen, wobei meine Lust auf eben ein solches dabei ständig zunimmt. Ich durchschleiche Bettenläden und Kaufhäuser auf der Suche nach Dinkelkissen. Werde fündig, kann mich aber mit keinem anfreunden, denn die auf dem Weihnachtsmarkt haben eine Seite zum Wiederverschließen, wodurch der Inhalt und auch Weiche/ Härte variabel sind. Der Preis ist mir inzwischen wurscht. Ich werde von einer inneren Dinkel- Wolllust getrieben, bin abhängig, träume Nachts von Dinkelkissen zum Wiederverschließen… Zwinge mich bis zum nächsten Weihnachtsmarkt zu warten, es ist ja nicht mehr lange hin. Es ist mein ganz persönlicher "heißer Herbst".

Der 1. Advent, und damit die Eröffnung des Weihnachtsmarktes steht wieder an. Diesmal, ja diesmal muß es was werden! Wenn nicht in Spandau, dann reise ich eben nach Dresden, Leipzig, Hamburg oder Aachen! Ich will dieses Jahr meine Dinkelkissen, setze mich also wieder Richtung Altstadt in Bewegung. Richtung Kirche… Und dann seh ich ihn: Den Dinkelmann! Am Liebsten wäre ich ihm um den Hals gefallen. Schnell hin, 2 Kissen fest an mich gedrückt, bezahlt und ganz schnell wieder nach Hause, die guten Stücke ins Warme tragen.

Und jetzt beginnt die eigentliche Geschichte des Dinkelkissens an sich und im Besonderen:

1. Eigentlich:

Es ist bequem, ganz eindeutig! Nachdem Schatzi und ich unsere individuelle Füllmenge ermittelt haben, freuen wir uns über diese kaum zu beschreibende Schlafkultur, die nun endlich in unserem Schlafzimmer eingekehrt ist. Die Kissen habe eine uns angenehme Stützwirkung, sind dabei auf seltsame Art kuschelig, passen sich dem Kopf- Nacken- Schulterbereich optimal an. Juchhu!

2. Im Besonderen:

Sind sie leider absolut nicht schlaftauglich, denn sie machen sehr seltsame Geräusche. Die Körner reiben bei jeder Bewegung aneinander und verursachen ein sehr unangenehmes Geräusch, welches vor allem von Seitenschläfern besonders extrem wahrgenommen wird.

Wegen der schon o. g. Bequemlichkeit habe ich mich also entschlossen, aus beiden Kissen eines zu machen und habe mir einen entsprechenden Bezug (natürlich wiederverschließbar) selbst genäht. Das haben wir jetzt schon seit etlichen Jahren als Kuschelkissen auf der Couch zu legen. Herrlich bequem, zum reinkuscheln der Arme im Sitzen, des Kopfes bei kurzem Mittagsschläfchen oder auf einfach zum Füße hochlegen. Ein Universalkissen, das jeden Besucher immer wieder neidvoll blicken läßt. Bis ich ihm den Preis nenne: Das Kissen hat 130,– DM gekostet…

Flocke auf Bildungstrip

Samstag, 23. September 2006

Ganz toll hatte ich mir das vorgestellt. Eine Autorenlesung. "Das büldet" dachte ich mir. Und damit ich in Schatzi einen diskussionswürdigen Partner habe wurde er gleich mitgeschleppt.

Pünktlich erreichten wir die angegebene Örtlichkeit, wurden nett und freundlich empfangen und der Weg in den Lesungssaal wurde uns ausschweifend erklärt. Die Örtlichkeit war passend zum Thema (Geschichtliche Entwicklung einer alten Garnisionsstadt) gewählt und insofern wurden wir nicht enttäuscht. Unter dem ausgebauten Dachstuhl eines alten Fachwerkhauses aus dem 14. Jahrhundert waren Stühle aufgebaut und ein Dia- Projektor. Indirektes Licht erhellte den Raum aus modernen Flutern. Ein interessanter Gegensatz zu dem rustikalen Dachgebälk und den unter uns ächzenden Dielen.

Zuerst fehlten Stühle. Ungefähr 20 Stück. Dazu ist zu sagen, daß Einlaß nur nach Voranmeldung war. Also schlecht organisiert. Ein paar einzelne Plätze waren noch frei, Einzelplätze eben. Schatzi und ich wollten aber gerne nebeneinander sitzen. Es gibt ein paar freie Stühle, die allerdings alle freigehalten werden. Ich komm mir vor wie morgens um halb neun auf Malle am hoteleigenen Swimmingpool. Nur das hier keine Handtücher auf den Sitzen liegen… Eine Dame, die allein sitzt, weil Typ "alte Jungfer", und neben sich einen Stuhl frei hat, weigert sich beharrlich eine Reihe weiter vor zu rutschen, wo noch ein einzelner Platz frei ist. Ist ihr doch wurscht, wenn Schatzi und ich getrennt säßen, wir sollten sowieso lauschen und nicht plauschen. Na Klasse! Wir haben dann einfach den Stuhl neben dem Diaprojektor geklaut um doch zusammen zu sitzen.

Das Licht geht aus fällt aus. Schlecht zum Diagucken, noch schlechter zum Lesen. Panik bricht aus, die Bildungswilligen werden um Ruhe und Geduld gebeten. Taschenlampen funzeln in den Raum. Irgendwer hat sogar ne Kerze dabei… Das Licht geht wieder an. Freudiges Erstaunen. Der Autor greift zum Mikro: "Eins, zwei, eins, zwei…" Das Mikro schweigt. Dafür schaltet jemand am Diaprojektor schonmal auf das zweite Bild… Der Autor scheint genervt: "Gehts auch ohne Mikro?" Es geht. Niemand erhebt Einwände. Wir warten auf Godot die versteckte Kamera. Ich schwöre: Das Licht ging tatsächlich nocheinmal aus!

Mit einer guten halben Stunde Verspätung begann dann die Lesung. Ich wills kurz machen: Sie war schlichtweg halbherzig runtergeleiert, weshalb ich den Namen des Autors hier auch nicht nennen werde. Schade drum, denn die geschichtlichen Hintergründe waren wirklich gut recherchiert, die Fotos teilweise beeindruckend. Leider konnten wir von unseren Plätzen aus nicht viel davon sehen…aber lassen wir das….

Fazit:

Wenn ein Autor nicht in der Lage ist seine eigenen Texte annähernd fehlerfrei und ohne zu stottern zu lesen, dann sollte er auf Live- Veranstaltungen verzichten oder ggf. ein Hörbuch herausgeben.emoticon