Andersrum
In den letzten Tagen las ich von Josie und CeKaDo das sie ursprünglich Linkshänder seien, ihr Gehirn funktionert also andersrum. Beide berichteten von schwierigen Umlernprozessen in der Schule.
Mir blieb das zum Glück erspart, ich hab von Anfang an das "schöne" Händchen genommen. Heute wird an den Schulen meines Wissens nach auch nicht mehr "umerzogen".
Aber Linkshänder zu sein beschränkt sich nicht nur auf das Schreiben. Viele Dinge des täglichen Lebens werden von Ihnen "mit Links" gemacht. Und es gibt heute z.B. schon Kartoffelschäler und Scheren für Linkshänder.
Auf solch einen Linkshänder- Kartoffelschäler traf ich durch Zufall mal in einer Ferienwohnung. Zuerst dachte ich das Ding wäre kaputt, bis Schatzi mit seinem phänomenalen technischen Basiswissen das Teil doch tatsächlich reparieren wollte. Beim genauen Betrachten ging ihm dann ein Licht auf. Wir probierten es andersrum, also die Kartoffel in die rechte Hand… und schon gings, allerdings war es sehr müsam und anstrengend…
Wer aus meiner geschätzten Leserschaft ist noch Linkshänder, bzw. kann mir noch Beispiele für Umerziehung/ technisches Equipement nennen?
Nachtrag 21.20 Uhr:
Gegendarstellung: Josie weist darauf hin keine Linkshänderin zu sein. Die kroetengruene Redaktion bittet den Irrtum zu entschuldigen.











12. Juli 2007 um 15:38
Das ist eine gefährliche Sache, diese Umerziehung, ehrlich.
Manche haben hinterher dann doch glatt zwei linke Hände, ist so.
12. Juli 2007 um 15:46
Ich bin Linkshänder? Wo haben Sie das denn her?
12. Juli 2007 um 16:14
da hab ich neulich im tv einen interessanten bericht gesehn.
man vermutet, dass linkshänder zwillinge sind, bei denen nur ein kind überlebte.
das ist aber nur eine vermutung, aber ich finds spannend…
12. Juli 2007 um 16:36
Ich bin Linkshänder. Außérdem gehöre ich zu Denen, die noch in der Schule “umerzogen” wurden. Als Resultat habe ich bis heite handschriftlich eine echte Sauklaue, welchselbe mir schon in der Schule immer wieder schlechte Noten einbrachte.
Viele Dinge mache ich heute noch lieber mit Links, manche Dinge lieber mit rechts. Und einige Dinge mache ich links anders als rechts. Tischtennis zum Beispiel, da habe ich links einen ganz anderen Stil als rechts. Aber ich kann notfalls auch einen fliegenden Wechsel.
Bei alltäglichen Dingen wechsle ich häufig mal, einfach so aus Prinzip. Eine Gabel funktioniert nicht nur in der rechten Hand, sondern auch in der linken. Zum Schrauben Reindrehen nehme ich die rechte Hand, zum Rausdrehen die linke. Geht aber notfalls auch andersrum.
Und zum Schatz festhalten nehme ich grundsätzlich und vorsichtshalber beide Hände.
12. Juli 2007 um 19:30
@ Herr Erpel, Sie sprechen aus Erfahrung ?
@ Josie: Nicht? Sind Sie sicher? Ich hätte schwören können das neulich im Bloggercafe gelesen zu haben. Dann entschuldigen Sie büdde mehrfach.
Ich werde sofort eine Gegendarstellung schreiben…
@ Zessy: Sorry, aber wenn ein Zwilling überlebt hat, wo büdde ist dann das andere Kind abgeblieben?
@ Siggi: Würde ich übertreiben, wenn ich behaupten würde, Dein Hirn arbeitet beidseitig? Ist zwar dumm ausgedrückt, aber ich denk mal Du weisst was ich meine…:razz:
12. Juli 2007 um 19:41
Höchstens wenn Charisma in meinem Namen geschrieben hat …
12. Juli 2007 um 19:53
die bessere hälfte benutzt auch das linke pfötchen. da habe ich vor laaaaaaanger zeit mal drüber geschrieben:
http://wirbelwebber.de/wp/2007/04/03/linkshaender/
12. Juli 2007 um 19:59
Nöö –
ich bin seit der Kindergartenzeit (wir schneiden jetzt mit einer Schere…) Rechtshänderin! Habe aber gar nix gegen Linkshänder – sie sollen sehr kreative und gefühlsorientierte Leutchen sein …
13. Juli 2007 um 16:37
“Kreativ und gefühlsorientiert” höre ich gern
Tatsächlich habe ich mich in den Jahren des Lebens in einer Rechtshänderwelt zum Beidhänder entwickelt. Die Knoten im Hirn sind noch immer vorhanden, was sich in Alltäglichen bemerkbar macht. Andererseits wurde das Hirn fortwährend gefordert und so konnte ich zumindest eine Art Hyper-Flexibilität beim Erfassen neuer Situationen und vor Allem technischen Dingen entwickeln.
Manuelle Geschicklichkeit fällt mir schwer und ich nutze ebenfalls beide Hände, um voran zu kommen. Da kann auch schon mal eine Schraube mit rechts und links abwechselnd eingedreht werden.
Rechtshänder werden allerdings regelmäßig zu schreienden Opfern eines Nervenzusammenbruchs, wenn sie mir beim Hämmern oder Holzhacken zuschauen müssen. Zaunpfähle darf ich nicht mit einem Pfahl-haltenden Rechtshänder einschlagen. Der würde einen Herzinfarkt vor Angst bekommen. Auch Tapezieren und Sortierarbeiten führen zu Irritationen bei den “normalen” Menschen. In meiner Küche liegen die Messer falsch herum in der Schublade. Auf meinem Schreibtisch stehen meine Stiftebecher links, obwohl ich mit rechts schreibe. Ich telefoniere links und kann mit rechts gleichzeitig schreiben.
Und ich kann rückwärts und über Kopf lesen und sogar schreiben. Mit ein bißchen Übung geht das sogar ziemlich flink. Interessanterweise ist dann diese Schrift gespiegelt der alltäglichen Schrift sehr ähnlich.
Mein Hirn arbeitet anders. Und ich halte mich manchmal für extrem begriffsstutzig und dumm. Denn sehr häufig denke ich zu kompliziert und sehe die einfachsten Lösungen nicht. Dafür kann ich von einmal begriffenen Abläufen binnen kürzester Zeit verständliche Gebrauchsanleitungen herstellen.
Ach, es gäbe noch tausende anderer Dinge. Das Leben ist anstrengend als Linkshänder in der Welt Falschgepolter. Oder warum sind die wichtigsten Dinge rechts angebracht?
29. Juli 2007 um 08:19
Besser ein Spätes als gar kein Bekenntnis. Ja, auch ich bin Linkshänder und Rechtsschreiber. Anteil daran haben meine Eltern und die Lehrer. Zur Zeit meiner Einschulung war es noch Sitte, dass das „richtige und schöne Händchen“ beim Schreiben zum Einsatz kommen musste. Ich kenne aber auch Gleichaltrige, bei denen die Eltern den schulischen Zwang nicht mittragen wollten und sie mit Links schreiben ließen.
Die Computermaus und Stifte bewege ich mit der rechten Hand durch das verkehrte Leben, den Rest erledige ich mit Links. Technische Hilfsmittel besitze ich noch nicht, gut, eventuell der Kartoffelschäler, das ist ein beidhändig nutzbares Modell.
Ab und an überlege ich, ob ich nicht eine Rückschulung machen sollte, um die Blockaden im Gehirn wieder aufzuheben. Dann zweifle ich dann aber doch wieder, da bei einigen dann das Gehirn total verrückt gespielt hat. Aber ist das heutzutage ein Nachteil???:wink: Der zweite Grund: Meine Handschrift ist der eines Doktors würdig, bei einem Umlernen könnte meine Schrift dann wohl niemand mehr ohne Schriftsachverständigen dechiffrieren.