Ein mutiger und couragierter 50-jähriger Mann, der helfen wollte als andere in Not kamen, musste seine Zivilcourage mit dem Leben bezahlen.
Lediglich ein paar in Bedrängnis gekommenen Jugendlichen, die seine Kinder hätten sein können, wollte der Mann helfen.
Dass sich dieser Vorfall in München ereignete, spielt keine Rolle. Die Republik ist groß und die Gewaltbereitschaft einiger krimineller Subjekte noch größer. So etwas kann immer und überall passieren. Leider…
Wo aber liegt der generelle Grund für die ständig wachsende Gewaltbereitschaft dieser Menschen, die diesen Namen eigentlich garnicht mehr verdient haben? Menschlich sein, das ist human… und human verhalten sie sich nun wirklich nicht. Es wäre sicher zu einfach hier Schlagworte wie z.B. “Ausländer” oder “Ghettokinder” ins Spiel zu bringen. Die viel diskutierte hohe Arbeitslosigkeit erscheint mir auch nicht die Entschuldigung der 1. Wahl für solches Verhalten. “Ungünstiges soziales Umfeld” ist auch ein in solchen Situationen den Tätern gern zugeordnetes Schlagwort, vermeintliche Entschuldigungen für die Täter gibt es zur Genüge…
Ich, an Stelle des verstorbenen Helfers, hätte mit Sicherheit auch nicht weggesehen. Es gibt Situationen, da kommt einfach der Gerechtigkeitssinn aus mir raus und wenn was nicht geht, dann mache ich eben meinen Mund auf. Dies ist so ein Fall. Ein Fall, der mich zutiefst erschüttert.
Ein Fall, der mich fragen lässt, ob ich denn auch beim nächsten Mal über genügend Zivilcourage verfüge um mich ggf. tottreten zu lassen? Wohl kaum, denn ich bin keine Selbstmordkandidatin, meine Angst überwiegt. Und genau diese Angst ist es meines Erachtens, die die Gewaltbereitschaft dieser Kriminellen wachsen lässt. Sie wissen darum, spielen damit und gewinnen dieses grausige Spiel auch noch. Ein Teufelskreis…
Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt. Durchbrechen, damit sich die daraus entstandene Gewaltspirale nicht noch weiter ausweiten kann, nicht zum Tornado wird, der uns alle lähmt und verstummen lässt…
Wie aber kann ich helfen ohne mich selbst in Gefahr zu bringen? Thomas rät zum Zücken des Handys und wählen der Notrufnummer, die übrigens bundeseinheitlich die 110 (Polizei) ist, die 112 (Feuerwehr) hilft in solchen Fällen sicherlich auch. Die Aufmerksamkeit Dritter auf die Situation zu lenken ist sicherlich ein weiteres Mittel. Lautes Rufen, Hupen oder das ziehen der Notbremse können diese Aufmerksamkeit erzeugen, sogar das Zertrümmern einer Scheibe halte ich, je nach Situation, für angemessen. Denkt mal drüber nach und schreibt mir bitte in die Kommentare, was euch sonst noch so einfällt.
Meine letzten Gedanken beim Schreiben dieses Beitrages widme ich dem verstorbenen Helfer. Ihm danke ich für seinen Mut und Einsatz, die für mich Verpflichtung sind in seinem Sinne weiterzumachen, damit die Zivilcourage nicht auf der Strecke bleibt. Seiner Familie gilt mein tiefstes Mitgefühl.