Boah, ihr glaubt ja garnicht, was Urlaub fürn Stress ist! Alleine schon die Vorbereitungen! Da werden Listen geschrieben, auf denen alles aufgeschrieben wird. Lange Listen, die bei mir immer mit der Unterwäsche beginnen und sich dann langsam bis hin zu Pullovern, Schuhen und Allwetterjacken aufbauen. Ja, als Vielreisende hat frau da natürlich schon ein System entwickelt, trotzdem macht so eine Liste ne Menge Arbeit.
Nach dieser Liste werden dann die Koffer gepackt und nicht selten stellt frau trotz Routine irgendwann noch fest das was fehlt. Im Regelfall natürlich erst, wenns zu spät ist. Da unsere Reisen nicht fernab jeglicher Zivilisation enden ist das nicht weiter schlimm, Kleinigkeiten können noch am Urlaubsort besorgt werden. Unangenehm ist das allerdings bei Bekleidung, die trage ich nicht gerne ungewaschen, da bin ich pingelig. Wer weiss wie verschwitzt die Dame in der Umkleide vor mir war, die mein neues T-Shirt anprobiert hat? Und, seien wir mal ehrlich, Schlüpfer hatte zwar wohl keine Dame vor mir anprobiert, aber da is halt noch Appretur drin. Die muss raus, bevor ich da reinschlüpf, in den Schlüpfer. Womit Sie auch gleich erfahren haben, warum der Schlüpfer Schlüpfer heisst…
Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem ich meine den Koffer nicht mehr zuzubekommen. Im Idealfall ist dann alles drin und mit Schatzis erdrückendem Gewicht tatkräftiger Hilfe lässt sich der Koffer, oh Wunder, doch noch schliessen.
Nun muss die Taxe zum Flughafen bestellt werden, hier in Berlin keine große Aufgabe, aber was meinen Sie wie ich mich mit der Zentrale schon am Telefon gekabbelt habe, weil ich einen jungen, durchtrainierten, knackähhh… Taxifahrer wollte, möglichst blond und mit diesem gewissen Etwas? Zeit, die ich im Vorbereitungsstress eigentlich garnicht habe… Ich sag Ihnen: Das kostet Nerven! Aber wenigstens sind die bestellten Herren dann auch pünktlich und bringen uns wohlbehalten zum Flughafen.
Neulich standen wir dann in dieser langen Schlange am Abfertigungsschalter, als ich feststellte meinen Ausweis nicht dabei zu haben. Nee, wat war dat aber auch fürn Spaß! KönnenSe sich vorstellen wie Schatzi den Airport verließ? Ich sag Ihnen, das Bild war göttlich! Ich wusste garnicht, wie gelenkig er noch ist. Rot wie ne Piermontkirsche, die noch vor September ins letzte M*nCherie will, kam er zum Glück noch rechtzeitig wieder.
Tja und dann, endlich am Urlaubsort angekommen, hört der Stress ja auch nicht auf. Die Koffer müssen ja nu auch alle ausgepackt und alles ordendlich im Schrank verstaut werden.
Sie denken, jetzt kann die Erholung beginnen? Weit gefehlt! GlaubenSe mal nicht, dass es einfach ist jeden Morgen schon früh um 8.00 Uhr aufzustehen um pünktlich zum Frühstücken zu erscheinen! Anschließend dann aus den Pumps in die Turnschuhe, damit man besser laufen kann, Rucksack umgeschnallt und einen auf Wandertouri geschoben, den Reichtum muss einen ja nicht gleich jeder ansehen.
Ich hab ja mal wieder echt gestaunt, wie viele Ausländer sich da in unserem Urlaubsort getummelt haben. Ich sag Ihnen: Auf Mallorca wimmelt es davon, hauptsächlich Spanier in Hülle und Fülle! Ja, echt! Da sind fast so viele Spanier wie Deutsche, es ist unfassbar! Nicht das ich was dagegen hätte, aber es fiel mir auf… Die meisten nehmen uns da die Arbeitsplätze weg, sind im Dienstleistungsgewerbe tätig. WissenSe das stört mich denn doch irgendwie, aber ich will mal nix gesacht ham…
Tagestouren sind ja schon was Feines, aber immer rin inne Kartoffeln, raus aus de Kartoffeln rein in den Bus und n paar Ausblicke geniessen und fotoknipsen, wieder rein in den Bus zum nächsten Panorama. Soviel Sport wie bei einer solchen Tour mach ich sonst die ganze Woche nicht.
Apropos Sport, wir wohnten im 8. Stock, Eckbalkon, mit herrlichem Rundumblick sowohl zum Meer als auch aufs Städtchen. Und nu ratenSe mal, was ich gemacht hab? Na, ne Idee? Wer die erste richtige Antwort in den Kommentaren nennt, erhält von mir ne gebrauchte Stinkesocke aus meinem verschwitzten Turnschuh.
Zurück zu dieser engmaschigen Urlaubstagesplanung, denn bereits um 18.00 Uhr steht der Küchenchef kochlöffelschwingenderweise vor dem Speisesaal um uns persönlich zu begrüssen. Nunja, der arme Mann lechzt nach einem Lächeln von mir und ich will ihm das nicht vorenthalten. Ich bin zu gut für diese Welt…

Irgendwann, es wird schon dunkel, ziehen wir uns dann in unsere Suite zurück und geniessen den herrlichen Blick auf den golden beleuchteten Strand und die kleinen Fischerboote, die bei Vollmond ihre Netze ausgeworfen haben. Jetzt endlich ist Urlaub. Bis morgen früh um Acht…