Nein, ich bin bei Gott kein Moralapostel. Ich habe für fast alles Verständnis, weshalb eine meiner Lebensweisheiten im Zweifel lautet: Das Leben ist bunt! Die Spezies Mensch unterteilt sich nicht nur in Männlein und Weiblein, wobei dies schon genug Problematik mit sich bringt. Zum Beispiel beim Sex. Unterschiedliche Neigungen allein machen das Finden eines Partners/einer Partnerin zum echten Hürdenlauf. Sollte man meinen…
Nun gibt es aber die ständig wachsende Schicht, der -wie ich sie nenne- Dummpopper. Poppen quer durch die Betten und wundern sich wenn "es" plötzlich passiert ist. Über einen diesbezüglichen Extremfall hatte ich bereits vor einigen Tagen hier berichtet.
Ich entstamme der Generation der "alten 68er". Einer Generation, die man mit Hippies und freier Liebe in Zusammenhang bringt. Ja, wir waren rebellisch. Leute wie Oswald Kolle prägten meine Jugend, "Helga" war der Film jener Zeiten schlechthin. Nackte Busen zierten die Titelbilder erster Illustrierter und sorgten für Empörung.
Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Keine Mutter würde heute auf die Idee kommen, mit ihrer kleinen Tochter beim gemeinsamen Bad einen Schlüpfer zu tragen…(mir ist das noch passiert). Unsere Kinder wachsen aufgeklärt heran. Eine Schwangere wird von ihnen als solche erkannt und als natürlich empfunden.
Im Jahre 1961 eroberte die Anti-Baby-Pille den deutschen Markt und die Frauen lernten den Sex entspannter zu genießen. Die Angst vor Schwangerschaft, die ihnen monatlich begegnete, war besiegt. Ein Triumph der sexuellen Revolution! Jetzt konnten Kinder "bewusst" und "geplant" gezeugt werden. Zwar gab es den "Pillenknick", der unserem Sozialstaat gehörig zu schaffen machte, aber auch dieses Problem konnte gelöst werden.
Vor Allem aber gab es eins: Mehr Wunschkinder.
Wunschkind sein- für mich ein Idealfall. Zu wissen, das ich nicht "einfach so passiert" bin, das meine Eltern mich wollten, bewusst "angeschafft" haben, das ich kein "Unfall" bin. Wie glücklich diese Kinder doch sein müssen…
Die Grundlagen für diese Wunschkinder sind gelegt. Die junge Generation ist gefordert den daraus entstehenden Pflichten und ihrer Verantwortung gerecht zu werden.
Nicht das Wissen, oder das "mal davon gehört haben", um bestehende Verhütungsmethoden verhindert eine ungewollte Schwangerschaft, die Methoden müssen auch akkurat gewählt und angewandt werden! Gynäkologen (auch Frauenärzte genannt) beraten individuell und kostenlos. Lasst euch einen Termin für eine umfangreiche Beratung geben!
Ich beobachte immer wieder, wie junge Mädchen verlegen das Kichern anfangen wenn sie auf dieses Thema angesprochen werden. Sie zeigen Unsicherheit, schämen sich, trauen sich nicht, haben Angst. Sind aber keinesfalls verlegen, unsicher oder gar ängstlich, wenn jemand mit ihnen beischlafen will… Im Gegenteil: Samstags Abends gehen sie, als kleine Lolitas aufgebrezelt, in die Disco um spätestens am Montag morgen in der Schule ihren Freundinnen von ihren neuen Eroberungen zu berichten. Die "großen Schwestern" jener Girlies, heute zwischen Volljährigkeit und Blick aufs beginnende Klimakterium, zeigen auch wenig Verantwortungsgefühl, wissen aber ihren Sexappeal gekonnter einzusetzen. Die Gespräche mit den Freundinnen dürften annähernd gleich sein…
Allerdings sei hier auch den Herren der Schöpfung mal ins Gewissen geredet: Auch ihnen kann man Verantwortungsgefühl gegenüber dem ungeborenen Leben durchaus zumuten. Es gibt nämlich auch Verhütungsmittel für Männer.
Empfehlenswert, weil am sichersten, ist natürlich immer die Kombination beider Varianten, also männlicher und weiblicher Verhütung.
Wie kommt es aber nun, trotz all dieser Möglichkeiten wieder zu einer ständig steigenden Anzahl ungewollter Kinder? Und warum werden Kinder heute behandelt, als wären sie ein Wegwerfprodukt? Was ist ein Kind heute noch wert? "Kinderliebe" sollte in diesem Staat kleingeschreinben werden, das wäre mein Vorschlag zur Rechtschreibreform.
Meg hat das Thema der Dummpopper aufgegriffen und in ihrer unnachahmlichen Art zu Blog gebracht. Bei ihr wird der soziale Hintergrund diskutiert, aber auch die Problematik der Kindesmorde durch eigene Eltern, Kindesmisshandlungen u.v.m. Sie sinniert über den "Elternführerschein", dessen Einführung ich schon vor vielen Jahren gefordert habe. Damals allerdings noch vor dem Hintergrund mir schwierig erscheinender Erziehungsfragen, aber über Erziehung spricht heute schon kein Mensch mehr, soviel Wert sind uns unsere Kinder nicht mehr…
Die Jugendämter kommen nicht mehr hinterher, sind überlastet, haben vielleicht sogar schon resigniert. Bei der Flut der angezeigten Fälle vielleicht sogar teilweise verständlich, dennoch nicht entschuldbar. Die Politik ist gefragt.
Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es zu den von Meg geschilderten Problemen? Während sich die Parteien über eventuelle Möglichkeiten streiten, reisst die Problematik nicht ab.
Was spricht z.B. dagegen die bisher freiwilligen, kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen zur Pflicht zu machen? Ich meine, es wäre ein erster wichtiger Schritt und Eltern, die ihrer Verantwortung nachkommen, nehmen sie ohnehin wahr.
Es ist Zeit zu handeln! Jede, auch nur geringen Erfolg versprechende Möglichkeit muss umgesetzt werden. Auch auf die Gefahr hin dabei evtl. neue, andere Fehler zu machen, denn fehlerfreies Leben gibt es nicht. "Nachbessern" heisst dann das uns bekannte Zauberwort. Und daran kann ich mich viel besser gewöhnen als an die bestehende, verdrängte Problematik.
"Was sind wir nur für eine Gesellschaft geworden?" fragte die alte, greise Kröte, setzte sich in die Ecke und weinte leise vor sich hin…