Archiv für Dezember, 2006

André Linke: Angriff der Flukes- Crystal Yorkshire Alpha

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Interview mit einer Debutantin

Erinnert ihr euch an die "Wrumm- Aktion" von André Linke? Sie sammelte im Sommer Blogger- Bilder mit "Wrumm". Logisch, daß ich auch teilgenommen habe, mein Bild- Nr. 209 befindet sich in ihrer Serie 14. Ich sags nur, falls jemand nochmal schauen will…

Über die Wrumm- Aktion habe ich den Blog von André kennengelernt. Unter uns: Die ist noch abgedrehter, als es ihr Blog vermuten lässt, aber das behaltet bitte für euch. Sie selbst sagt über den Blog: "andrelinke.de ist eine Seite über meine Werke und mich, die ich selber pflege. Mein Blog ist ein Editorial mit meist skurrilen Gedankengängen meinerseits." Na bitte, sag ich doch! …und das sie sich selber pflegt nahm ich auch an…

Jetzt hat diese junge Frau, die scheinbar vor nichts Respekt hat, zugeschlagen. Was hat sie getrieben? War es Wagemut, eine gesunde Portion Selbstbewusstsein, oder schlichtweg Größenwahn? Wahrscheinlich von Allem etwas. ABER: Sie hat Recht behalten, denn sie hat ihr Debut als Schriftstellerin abgelegt, ihr erster Roman ist veröffentlicht.

Liebe André, dazu erstmal die allerherzlichsten Glückwünsche! Ein Buch zu schreiben… also ich stelle mir das sehr spannend vor. Deswegen habe ich André ein paar Fragen gestellt, die sie mir netterweise beantwortet hat und die euch ja vielleicht auch interessieren:
 

1. Du hast Dir Großes vorgenommen: Ein Buch in sage und schreibe 5 (!) Bänden. Wie  bist Du auf die Idee gekommen, gleich so ein Mammutwerk zu schreiben?
 
Ich hatte sehr schnell für 5 Episoden die Geschichte(n) im Kopf. Obwohl ich mich lange mit dem ersten Band "rumgeplagt" habe, beschäftigte ich mich immer noch gerne mit der Serie. Zwischendurch hatte ich sogar mit den Arbeiten an zwei anderen Romanen begonnen, aber ich habe gemerkt, dass es besser ist, Pausen einzulegen, statt in anderen Geschichten Abwechslung zu suchen. Ich beschäftige mich einfach zu gerne  mit der Crystal-Yorkshire-Welt.
 
 2. Wie lange hast Du am ersten Teil geschrieben und sind die anderen vier Teile ebenso  umfangreich wie der erste Band, der ja immerhin 328 Seiten umfasst? 
 
Es hat sechseinhalb Jahre gedauert, bis ich den Alpha-Band abschließen konnte. Ich  habe etwa zehnmal neu angefangen – ich bin sehr selbstkritisch. Außerdem habe ich  mehrmals monatelang pausiert, um Abstand zum Roman zu gewinnen. Die reine Schreibzeit weiß also nur Gott, falls er aufgepasst hat. Da ich für diese Serie  inzwischen Schreibstil & Co. ausgearbeitet habe, werden die anderen vier Bände nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen. Voraussichtlich ist der erste Teil auch der längste. Der  zweite Band zum Beispiel wird schätzungsweise um die 200 Seiten haben.
 
3. Wann werden die anderen Teile erscheinen?
 
Die zwei Illustratoren (Jinxin Li & Lorenz Hideyoshi Ruwwe) und ich haben uns vorgenommen, pro Band nicht mehr als 9 Monate Zeit zu missbrauchen.
 
4. Sind sie schon geschrieben?
 
Nein, noch nicht, aber es geht munter weiter. Das Manuskript zum zweiten Band wird demnächst abgeschlossen, die meisten Bilder sind fertig.
 
5. Es handelt sich um eine Sience- Fiction- Satire. Wieso hast Du Dich für diese Form entschieden?
 
Es ist eine interessante Sache, SciFi und Satire zu kombinieren. Es ist kein Geheimnis, dass Douglas Adams mich beeinflusst hat. Aber natürlich ist viel Eigenes und Unkonventionelles drin. Für die Satire hatte ich mich erst in der allerletzten Version  entschieden, und plötzlich schrieb es sich viel besser. Davor war der Roman eine  durchweg düstere, gar brutale Geschichte ohne die anderen Elemente, beispielsweise die philosophischen oder auch sinnlosen Aspekte in der Endversion. Es ist ein schönes 
Gefühl, jemand anderen zum Lachen oder zum Nachdenken zu bringen.

 
6. Wird Dein Held, Dennis Stevens, während der nächsten vier Bände eine Veränderung erleben, sich entwickeln, reifer, erwachsener werden?
 
Auf jeden Fall, ja. Mit jedem Abenteuer wird er sicherer – vor allem, was den Umgang mit Gewalt betrifft. Wer viel mit Kriminellen zu tun hat, wird abgestumpft, in diesem Fall  auch verbittert. Das soll sich später noch in seinem Äußeren wiederspiegeln.
 
7. Das Buch, über welches wir hier reden, heißt "Angriff der Fluks- Crystal Yorkshire Alpha" und der 1. Band ist bereits veröffentlicht und unter http://www.amazon.de/gp/offer-listing/3938271833 zu bestellen. Wie schwer war es, einen Verleger zu finden?
 
So viele Verlage habe ich gar nicht angeschrieben… es waren nur drei, vier. Ich finde schon die Vorstellung frustrierend, etliche Manuskriptausdrucke an die großen Publikumsverlage zu schicken und 4 Monate zu warten, um dann eine Standard-Absage zu bekommen, weil der Text vermutlich nicht massentauglich ist. Durch die Veröffentlichung bei einem Kleinverlag erhoffe ich mir genügend gute Resonanz, um auf mich aufmerksam machen zu können.
 
8.Wenn man den Klappentext liest, springen einem Worte wie "Außerirdische, Trainingslager für Geheimagenten, Aliens" entgegen. Das klingt nach Kinderbuch…
 
Für ein Kinderbuch ist zu viel Erotik und Tiefsinniges drin, behaupte ich. Aber es ist auf jeden Fall auf Jugendliche ausgerichtet. Die Sprache ist in der Tat flappsig gewählt -  nicht allein, um die Satire zu unterstreichen.
 
9. Legen Deinem Buch eigene Erfahrungen zugrunde? Sind Teile davon biographisch?
 
Viele Gedanken, Ängste, Fragen und Charakterzüge von mir selbst sind in das Buch  eingeflossen. Auch von Personen aus meinem Umfeld wurden äußerliche sowie  innerliche Merkmale auf Charaktere in der Geschichte übertragen.
 
10. Was wünscht Du Dir für Deine eigene Zukunft?
 
Das ist eine schwierige Frage. Es gibt viel, was ich noch machen möchte. Auf das  Schreiben bezogen hoffe ich, bald ein breiteres Publikum ansprechen zu können. Das ist mein nächstes "Teilziel".

Dann wünsche ich Dir, daß Du dieses Teilziel erreichst, eine Frau mit Biss scheinst Du mir auf alle Fälle zu sein, und so gesehen traue ich Dir das unbedingt zu, wünsche Dir weiterhinviel Erfolg und bin gespannt auf den 2. Band….

 

Frau Flocke und die Männer

Mittwoch, 27. Dezember 2006

"Die Flocke geht nicht nur fremd, die ist sogar Bigamistin!" so säuselt es schon seit einiger Zeit durch den Blätterwald von Klein- Bloggersdorf. War ja auch nicht anders zu erwarten, das Intimleben der Konblogger ist eben von allgemeinem Interesse.

Nun hat mir Schatz (bitte nicht mit "Schatzi" zu verwechseln!) eine ganz besondere Freude gemacht: Ein Päckchen hat er mir zu unserem "Kennenlerntag" geschickt. Ist das nicht lieb von ihm? Die meisten Männer vergessen solche Daten. Er nicht. Einen rührenden Brief hat er mit beigelegt, in dem er mir…hmm… alles müsst ihr ja nun auch nicht wissen… Aber den Inhalt des Päckchen… den zeig ich euch. Sehr gerne sogar:

Danke, Schatz! Ich hab Dich auch lieb! Und an unserem Verhältnis wird sich nichts ändern, da mach Dir mal keine Sorgen. Es bleibt bei einer virtuellen Ehe mit allen Höhen und Tiefen… und damit immer aufregend! emoticon

Berlin, im Dezember 2006

Dienstag, 26. Dezember 2006

Weihnagten

Montag, 25. Dezember 2006

Vor vielen Jahren lebte ein kleiner Junger, der war immer sehr artig. Seine Eltern hatten ihn sehr lieb und er war ein absolutes Wunschkind. Der Knabe hatte blonde Locken an denen er,wenn er müde war, immer drehte. Dadurch kringelten sich seine Löckchen immer noch mehr und er sah aus wie ein kleines Engelchen. Niedliche kleine Pausbäckchen umspielten sein kleines Näschen, denn Essen tat er recht gerne. Am Liebsten aß er Rosinenbrot, Fischstäbchen, Wiener Würstchen mit Ketchup und in heißem Schmalz ausgebackenen Spritzkuchen mit Zuckerguß. Natürlich musste die Mutter aufpassen damit der kleine Junge nicht zu dick wurde und so gab es all diese Leckereien auch nur manchmal.

Als der Herbst mit seinen bunten Blättern gegangen war, die Bäume kahl und das Wetter immer kälter wurde, setzte die Mutter dem Knaben eine warme Mütze auf wenn sie rausgingen. Dem kleinen Jungen gefiel das, denn er trug sehr gerne Mützen. Er bekam einen dicken Schneeanzug, in blau mit roten Nähten, der so dick war, das er die Arme kaum anlegen konnte und ein paar dicke Handschuhe und einen Schal dazu. Es wurde immer kälter…

Der kleine Junge fing an Sehnsucht zurück nach dem Sommer mit seinen warmen Temperaturen zu bekommen und fragte seine Mutter wann es denn endlich wieder warm wäre. Da erzählte sie ihm von dem großen Weihnachtsfest, das jedes Jahr im Winter stattfand und das er in diesem Jahr zum ersten Mal bewußt erleben würde. Vorher käme aber noch der Nikolaus…

Tausend Fragen stellt der kleine Junge nun: Warum es Weihnachten nur im Winter gäbe, wie der Likolaus und der Weihnagsmann aussähen, ob er sie sehen dürfe, wieviele Geschenke es gäbe und vor allem Dingen was er bekommen würde. Die Mutter antwortete geduldig und zeigte ihm viele bunte Kataloge, in denen herrliche Weihnachtsgeschenke zu sehen waren. Seine kleinen Fingerchen wanderten über das bunte Kunstdruckpapier und blieben oft hängen um die Mutter auf einen weiteren Wunsch aufmerksam zu machen. In der Stadt war mittlerweile auch alles festlich geschmückt und der kleine Junge, der eigentlich gar kein rot mochte, brachte jedes rote Teil mit Weihnachten in Verbindung. So wurde aus dem roten Hefter, der immer in Papas Zimmer lag, ganz schnell ein "Weihnagsbuch" und die Wohnung veränderte sich nach in nach in eine künstlerische Wanderausstellung. Es wurden bunte Ketten gebastelt und überall hingehangen. Der kleine Junge bastelte mit Freude mit und führte jeden Besucher mit den Worten "Guck mal, is Weihnagten!" durch eben diese Ausstellung.

Es wurde immer kälter, Schnee fiel inzwischen in rauhen Mengen und bedeckte die Straßen und Bäume mit einem weißen Kleid.

Eines morgens, als die Mutter gerade in der Küche beschäftigt war, hörte sie aus dem Zimmer des kleinen Jungen ein lautes: "Maammaaa… kuck mal!" Der Sohn stand in seinem Bettchen und zeigte auf seine roten "Weihnagsstiefel", die mit lauter Leckerein gefüllt waren. Daneben lagen noch Äpfel und Nüsse… und langsam, als die Mutter schon bei ihm war, dämmerte es ihm: Das war vom Likolaus! Nun schnell aus dem Bett und genau nachgesehen, jedes einzelne Stück wurde mit einem "Oh, kuck mal!" kommentiert, die Mutter stand daneben und lächelte.

Seit ein paar Tagen hatte der kleine Junge nun auch einen Adventskalender, aus dem er sich jeden Tag ein Stück Scholade rausnehmen durfte. Das war immer sehr spannend, denn es war jeden Tag ein ganz bestimmtes Türchen das geöffnet werden musste. Die Mutter suchte immer ganz lange, welches Türchen es denn heute war und tat sehr konzentriert dabei.

Die Adventszeit war eingekehrt, auf dem Tisch standen Kerzen, die herrlich flackerten und wunderschön aussahen. Der kleine Junge wollte sie anfassen, aber die Mutter erlaubte das nicht, sie sagte immer "Nein, nein! Heiß!!!". Er konnte damit wenig anfangen, denn er wusste nur, das er etwas nicht machen sollte, wenn die Mutter "Nein, nein!" sagte. Er richtete sich auch immer danach, fast immer… bis die Neugier siegte:

Die Mutter wusch das Geschirr ab. Er saß auf der großen Eckbank daneben und wähnte sich unbeobachtet… Die Mutter war beschäftigt, nahm ihn sicher garnicht wahr… Jetzt könnte er… Rasch noch ein schneller Blick zu Mutter und dann laaangsaam, ganz vorsichtig das Zeigefingerchen in Richtung der Kerzenflamme strecken… um dann laut und erkennend "Haiß" zu rufen.

So lernte der kleine Junge die Bedeutung des Wörtchens "heiß" am eigenen Leibe kennen. Die Mutter, die wegen der nahenden Gefahr das Ganze aus dem Augenwinkel beobachtet hatte, lächelte milde. Es war ja nichts passiert, außer das der kleine Junge was Neues gelernt hatte…

Der Papa kam oft mit seltsamen Paketen deren Inhalt er von außen nicht erkennen konnte nach Hause. "Das sind alles Weihnachtsgeschenke, Du mußt noch bis Weihnachten warten" hatte der Papa gesagt. Sie wurden alle auf den riesigen Schrank im Schlafzimmer der Eltern gelegt. Leider kam der kleine Junge da noch nicht ran, und so stand er oft davor und dachte über den Inhalt nach. Wenn er größer wäre, dann würde er… aber noch war er eben ein kleiner Junge. Aber er würde wachsen. Und er würde sich damit beeilen…

Vater und Mutter schickten ihn jetzt öfter mal kurz aus dem Zimmer, weil sie über Weihnagten reden mussten. Was die da wohl besprachen? Er war nicht neugierig, aber er musste doch alles lernen. Wie sollte er Bescheid wissen wenn er nichts wusste? Es war reiner Wissensdurst, der ihn antrieb seine Ohren an die Wohnzimmertür zu legen, während die Eltern über Weihnagten sprachen… Er konnte fast jedes Wort verstehen und drückte seine kleinen Ohren noch dichter an die Tür… "Zum Glück haben wir ja ein Kind das nicht lauscht" sagte der Papa gerade " stell  Dir mal vor, wie große Ohren unser kleiner Junge jetzt hätte, wenn er lauschen würde. Vom Lauschen soll man ja gaaanz große Ohren bekommen". Der kleine Junge bekam einen Riesenschreck. Er hatte gelauscht! Würden jetzt seine Ohren gaaanz groß werden? Er legte seine kleinen Händchen an die Ohren um ihre Größe zu erfühlen. In dem Moment kam die Mutter aus dem Zimmer. "Was machst Du denn hier?" wollte sie wissen. Ohne die Hände von den Ohren zu nehmen blickte er sie an, sagte "Nix", drehte sich auf seinen kleinen Beinchen um und rannte in sein Zimmer. Dort setzte er sich im Schneidersitz auf den Boden, die Hände an den Ohren.

So saß er auch noch da als der Papa eine Weile später in sein Zimmer kam und sich über die seltsame Haltung des kleinen Jungen wunderte. Da beichtete der kleine Junge sein Vergehen und fragte den Papa wie groß denn seine Ohren inzwischen seien. Der Papa lächelte, nahm ihn tröstend in den Arm und erzählte ihm, das dies nur eine Geschichte sei, die er von seinem Papa als Kind gehört hätte und die er eben im Wohnzimmer der Mutter erzählt hätte. Aber eben nur eine Geschichte…

Der kleine Junge war sehr erleichtert und liebte seinen Papa in diesem Augenblick unendlich. Papa war ein richtiger Mann, dem konnte man alles erzählen, der hatte ihn lieb und verstand ihn.

Später wurden Plätzchen gebacken gebacken. Das ganze Haus duftete köstlich. Er durfte beim Ausstechen helfen und so manches Stück, gebackener oder roher Teig, wanderte mehr oder weniger heimlich in das kleine Mündchen. Die Kekse wurden alle in eine große Blechbüchse getan und auf den Küchenschrank gestellt. "Die sind auch für Weihnachten" hatte die Mutter gesagt und der kleine Junge fragte sich wie groß der Weihnachtsmann denn wäre… Bestimmt so groß wie der Vater, vielleicht noch größer? Dicker war er, das hatte ihm die Mutter schon erzählt. Weihnagten war wirklich spannend!

Und dann war es endlich da! Weihnagten! Der Papa hatte einen riesengroßen Tannenbaum besorgt, der sollte heute geschmückt werden. Der kleine Junge wollte ganz viel helfen und guckte aufgeregt zu als seine Mutter mit einem großen Karton ankam in dem lauter bunte Sachen waren die an den Tannenbaum gehangen werden sollte. Bunte Kugeln, die herrlich glänzten, kleine Holzfiguren, Sterne und Kerzen, an denen man sich nicht verbrennen konnte! Zusammen mit Papa schmückte er nun den Baum. Die Mutter hatte gesagt das sei "Männerarbeit". Er ging zu dem großen Spiegel um nachzusehen ob er schon gewachsen war??? … Naja, ein kleines Stückchen… vielleicht…

Der Tannenbaum wurde wunderschön. er wurde in die Ecke gegenüber der Tür aufgestellt damit man ihn schon beim Eintreten bewundern konnte. Diese Kerzen die nicht haiß wurden faszinierten ihn.

Mutter hatte inzwischen den Kaffeetisch gedeckt, die Großeltern würden bald kommen. Und der Weihnagsmann. Wann der genau kam konnte nicht gesagt werden. "Irgendwann wenn es dunkel ist, je nachdem wie er bei dem Schneesturm durchkommt" hatte der Papa gesagt.

Es klingelte. Er rannte zur Wohnungstür. Vielleicht war ja der Weihnagsmann schnell durch den Verkehr gekommen? Vielleicht kam er noch vor den Großeltern? Aber nein, es waren nur die Großeltern.

Es wurde Kaffee getrunken, die Plätzchen oben aus der Dose auf dem Küchenschrank lagen auf dem Tisch und die Oma hatte noch eine Stolle mitgebracht. Der kleine Junge bekam eine große Tasse mit Kakao. Aber den mochte er heute garnicht trinken. Er war mit Warten beschäftigt. Warten auf den Weihnagsmann. Und die Zeit verging nicht…

Es wurde immer dunkler. Der kleine Junge stand am Fenster und blickte hinaus in die weiße Winterlandschaft. Wartete auf den Weihnagsmann…

Es klingelte. Endlich! Das musste der Weihnagsmann sein! Ganz bestimmt!

Und dann hörte er ihn. Donnerwetter, war der laut! Es rumpelte und pumpelte im Treppenhaus, schwere Stiefel stapften die Stufen hinauf. Und dann sah er ihn. Er sah genauso aus wie die Mutter ihn beschrieben hatte, nur nicht ganz so dick. Aber ihn so in Wahrheit, von Angesicht zu Angesicht, gegenüber zu stehen… das ängstigte den kleinen Jungen dann doch auf einmal sehr und er klammerte sich wieder an Mutters Pullover. Die Mutter legte ihm beruhigend die Hände auf die Schultern während sie den Weihnagsmann begrüßte. Der kleine Junge fühle sich dadurch etwas besser, aber die Angst blieb. Der Weihnagsmann hatte so eine tiefe Stimme. So tief, wie der kleine Junge noch niemand hatte reden hören. Er drückte sich ganz eng an die Mutter.

Der Weihnagsmann hatte seinen großen Sack mitten im Zimmer abgestellt und wollte die Geschenke verteilen. Aber Papa meinte, es wäre draußen so kalt und der Weihnagsmann müsse jetzt erstmal zum Aufwärmen einen Schnaps trinken. Opa war zwar nicht draußen gewesen und kalt war ihm auch nicht, aber er trank trotzdem mit. Der kleine Junge stand immernoch ganz eng an die Mutter gepresst und beobachtete die Szene.

Da sah ihn der Weihnagsmann an und fragte ob er denn immer artig gewesen wäre und der kleine Junge war so aufgeregt, das er keinen Ton rausbrachte, sich noch enger an die Mutter drückte und fragend zu ihr hochsah. "Bitte red Du mit dem, ich hab Angst" sagten seine Augen zu ihr. Sie verstand und antortete für ihn. Trotzdem sah der Weihnagsmann ihn immer wieder an und seine Angst ließ einfach nicht nach. Er wollte weg von hier. Weg in sein Zimmer, unter den großen Tisch kriechen, wo man ihn von oben nicht sah und wo die Mutter ihn auch nie fand. Er ließ die Mutter los und… rannte. Rannte in sein Zimmer, kroch unter den großen Tisch und hatte immernoch Angst.

Der Papa kam. Papa kannte sein Versteck. Und dann bückte er sich und kroch neben ihn. Sie saßen jetzt beide unter dem Tisch und kein Mensch würde sie finden. Papa war bei ihm. Alles würde gut werden. So saßen sie eine ganze Weile. Schwiegen. Redeten. Schwiegen wieder. Papa erzählte ihm das er als kleiner Junge auch Angst vorm Weihnachtsmann hatte und das das völlig normal wäre. Nächstes Jahr wäre es schon besser, dann wäre der kleine Junge schon ein großer Junge. So beruhigte sich der kleine Junge wieder und als die Mutter ins Zimmer kam und ihre beiden Männer -so nannte sie Papa und den kleinen Jungen- nicht fand, da zauberte sich der Papa ratzefatz so schnell unter dem Tisch hervor, das die Mutter ganz verwirrt fragte wo er denn herkäme. Papa lächelte- und schwieg. Nein Papa verriet ihn nicht, sein Papa nicht. Wieder war der kleine Junge sehr stolz auf seinen Papa.

Allerdings- der Weihnagsmann, ob der noch da war? Da erzählte die Mutter dem Papa auch schon das der Weihnagmann bereits gegangen wäre, er musste noch zu sehr vielen Kindern und konnte nicht so lange warten. Aber den Sack mit den Weihnachtsgeschenken, den hätte er da gelassen. Sie würde jetzt ins Wohnzimmer gehen um zu sehen was da denn so alles drin sei. Der Papa wollte mitgehen, die Eltern begaben sich in Richtung Wohnzimmer.

Sehr schnell kam der kleine Junge unter dem Tisch hervor gekrabbelt und rannte hinterher.

Und dann packte die Mutter die Geschenke aus, während er bei seinem Papa auf dem Schoss saß.

Viele Geschenke waren das. Die Großmutter bekam eine Kette die herrlich glitzerte, der Opa ein Buch und ein Hemd, die Mutter einen neuen Pullover und eine Bratpfanne, der Papa kuschlig- weiche Fellbezüge für sein Auto. Er aber, der kleine Junge bekam das meiste: Ein Auto, einen aufblasbaren Schrubschrauber den er mit in die Wanne nehmen konnte, eine Lok die auf richtigen Schienen fuhr, Duplo- Steine, ein Malbuch, ein T-Shirt, einen Stoffteddybären, der größer war als er selbst.

Das war die Geschichte vom ersten Weihnachten des kleinen Jungen, der inzwischen ein wirklich großer Junge ist und vielleicht bald selbst einen kleinen Jungen hat, dem er diese Geschichte vorliest. Und wenn der neue kleine Junge dann den alten kleinen Jungen fragt von wem denn all diese Geschenke waren, dann wird der alte kleine Junge zu dem neuen kleinen Jungen sagen: "Ich erinnere mich nicht mehr. Aber das T- Shirt, das war von meinen Großeltern. Meine Großeltern haben mir nämlich immer T- Shirts gekauft."

Und vielleicht erzählt er ihm dann auch noch die Geschichte von den T- Shirts.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Unnütze Weihnachtsgeschenke

Montag, 25. Dezember 2006

oder: "Seit 20 Jahren schenke ich Dir nun zu Weihnachten karierte Krawatten. Und plötzlich gefallen sie Dir nicht mehr?!?"

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Geschenke, die niemand haben will. Durchaus liebevoll ausgesucht, dennoch gefallen sie dem Beschenkten nicht. Oder man wird einfach damit überhaüft. So dürfte ich es im Laufe meines Lebens auf etwa 25 Kerzenleuchter gebracht haben, teilweise scheußlich- kitschige Dinger. Oder Pullover: Selbstgestrickt von Tante Erna. Drei Nummern zu klein emoticon. Naja, war eh ausm Wollrest… Oder die lila- grün-orangenen Topflappen, die noch aus dem Rest vom Rest rauskamen… Beliebte unnütze Geschenke sind auch Socken, Oberhemden und Schlipse (die so genannten S-O-S- Geschenke) Bücher und Filme, die das Interessensgebiet des Beschenkten in keinster Weise auch nur berühren, oder in denen man selbst schon die Hauptrolle übernehmen kann. Bei "Sissy" trifft bei mir sogar beides zu.

Meistens verstauben diese Geschenke in irgendwelchen Ecken und werden irgendwann in den Müll geworfen. Das ist teilweise wirklich sehr schade, denn oftmals sind sie garnicht billig gewesen oder aber würden anderen echte Freudentränen in die Augen treiben. Wer Kristall sammelt, dem werden rustikale, handgetöpferte Bauernbembel aus Keramik kaum eine Freude machen… und umgekehrt.

Stellt euch mal vor, wieviele €uros auf diese Art und Weise wirklich einfach zum Fenster heraus geworfen werden. Nur in Deutschland. Nur in diesem Jahr. Das dürfte ein hübsches Sümmchen sein…

Deshalb habe ich mir überlegt für all diese unnützen und ungeliebten Geschenke eine Tonne in der Sitebar aufzustellen. Dort könnt ihr alles hineinlegen, was ihr geschenkt bekommen habt aber nicht gebrauchen könnt. Vielleicht findet sich ja jemand, der Interesse daran hat und der Kontakt mit euch aufnimmt. Wenn nicht, ist es doch sicher mal eine interessante Liste die da entsteht.

Ich beginne mit einem Bärchenbinder von Schatzi…

Nachtrag: Ich bitte um Fotos für die Galerie:

Krötis Weihnachtsgrüße

Sonntag, 24. Dezember 2006

Krötenweihnacht anno dazumal

Samstag, 23. Dezember 2006

 

 

 

 

 

 

Mit diesen beiden Bildern aus meiner Kindheit möchte ich euch allen recht frohe Weihnachten wünschen.

Ganz sicher Beachtenswert ist auf dem ersten Bild das damals schon bewußt modisch gewählte Kröten- Outfit. Hier bitte ich um besondere Beachtung der ausgebeulten Baumwollhosen mit Gummibandabschluss., welche in diese entzückenden Ballerina- Schuhe mit Kreuzlederband münden.

Das zweite Bild gewährt Einblicke in die Gemütlichkeit deutscher Wohnzimmer. Der Tannenbaum liebevoll auf einem Waschhocker (Deckel hochklappbar, darunter befand sich eine Emaille-Waschschüssel) drapiert, so erlebte ich mein 2. Weihnachten. Im Hintergrund das gußeiserne Gestell von Muttis Nähmaschine, mit der sie mir das eine oder andere Kleidchen nähte…

Sabine sammelt Weihnachtspapier

Samstag, 23. Dezember 2006

…für den Kinderschutzbund. Jedes Foto, welches zerknülltes Weihnachtspapier zeigt, honoriert sie mit einem ganzen €uro, den sie dem Kinderschutzbund spendet. Die genauen Spielregeln lest bitte bei ihr selber nach.

Ich zähl auf meine zahlreichen Schlüsselbilder- Kandidaten! Los Kinnings, ran an die Cam!

Liebe via Internet

Freitag, 22. Dezember 2006

Vor ein paar Tagen schrieb ich über Flörten im Netz, der recht viele Kommentare brachte und euch scheinbar gut gefiel. Ich weiß heute noch nicht, wie die Geschichte von Verena und Xander weitergeht, aber ich weiss was anderes. Etwas, das euch zum größten Teil noch nicht bekannt sein dürfte, aber hervorragend zum Thema passt.

Zuvor muss ich euch aber was gestehen: Ich habe einen Kommentar zu o.g. Artikel unterschlagen. Ganz bewußt und vorsätzlich. Ich schäme mich nicht, ich würde es jederzeit wieder tun. Der Kommentar war in der Moderation gelandet, weil er einen Link enthielt. Und als ich den öffnete, da wusste ich: Der ist wirklich zu schade für Seite 2!

Deswegen, und weils ohnehin gerade so schön in die Weihnachtszeit passt, hier die Geschichte einer Internet- Bekanntschaft, die tatsächlich im Hafen der Ehe endete. Besonders stolz bin ich auf die Veröffentlichung hier, weil es sich um zwei, den meisten bekannten Stammleser handelt.

Ich zitiere einfachmal, wische eine Träne der Rührung weg und überlasse dem geneigten Leser seinen romantischen Phantasien:

"Name: Dirk Frieborg  URI: http://parkuhr-blog.de

Ja, das mit den Trauzeugen ist schon lange Sitte in der DFÜ: Wo sich was anbahnt, muß der Betreiber mitziehen!

Guckst Du hier…
http://was-ist-fido.de/pages/erfahrun/dfr.htm "

Flockenpost

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Einen Weihnachtsgruß der ganz besonderen Art habe ich heute von Julia bekommen. Ihr wißt schon: das ist die mit dem Kaugummiblasen- Contest und dem grellpinken Blog. Sorry Julchen, aber das musste jetzt sein… 

Ich hab ja nicht schlecht gestaunt. Nett von Dir, daß Du an mich gedacht hast!

Witzigerweise muß es eine Art Gedankenübertragung gewesen sein, denn ich habe mir heute eine Großpackung Hubba- Bubba gekauft um das Blasenmachen zu üben. Soll heißen: Ich werde mich jetzt höchstpersönlich in den von ihr ausgerufenen Contest einbringen. Damit ihr alle mal seht was ihr für Pfeifen seid vielleicht endlich auch mal euren Mut zusammen nehmt und endlich auch mal eure Fotos einreicht…

Da auch eine Frau Flocke üben muss, bitte ich Julia an dieser Stelle um Verlängerung des Einsendeschlusses und schlage auch die von Frau Lossi preferierten Fakes zuzulassen vor. Frau Julia, bitte äußern Sie sich bitte lautstark…

Nachtrag: Julia sagt:
22. Dezember 2006 um 00:10www.gravatars.com

Über eine Verlängerung des Einsendeschlusses um 2 Wochen habe ich schon nachgedacht. Neuer Einsendeschluss ist nun Sonntag, der 14.01.2007. Die Regeln (nur ein Kaugummi) bleiben jedoch beim alten. Fakes werden ausnahmsweise zugelassen… :neutral: