Ihr Name, bitte?
Mittwoch, 28. Dezember 2005Einige von Euch werden sich sicher fragen wer das ist, diese FLOCKE…Nun denn, ich will das mich umgebende Geheimnis nach und nach lüften und Euch mein Leben als Puzzle präsentieren. Was wie und wohin gehört müsst Ihr selber herausfinden. Wenn Ihr aufmerksam seid, werdet Ihr irgendwann meinen Lebenslauf kennen und auf dem Laufenden sein…
Also beginnen wir mitten im Leben:
Ich habe damals in einem kleinen, gemütlichen Laden in einem Berliner Vorort mit angrenzender Einkaufsstrasse in einem Jeansladen bedient. Mein Gott, wie habe ich diesen Laden geliebt! Ich habe dort praktisch alles gemacht, konnte mein kaufmännisches Wissen ebenso einbringen wie mein Verhandlungsgeschick, mein Durchsetzungsvermögen und mein Fachwissen, meine Fähigkeit Leute zum Kauf zu animieren, nicht zu vergessen den Einsatz meines Charmes, vor dem ich damals schon sprühte…
Damals…ja, heute erscheint es mir wie eine Ewigkeit und doch sind es erst ein paar Jahre… Damals also geschah folgende Geschichte, die Euch heute hoffentlich noch genausso zum Lachen animiert, wie mich damals und auch heute noch:
Stellt Euch bitte folgendes Szenario vor:
Eine kleinwüchsige, auf den ersten Blick etwas verhuscht wirkende Kundin betritt den Laden.
Sie möchte eine neue Jeans. "Irrläufer" denke ich und da sie nicht riecht bemühe mich, die Dame auf einfache, aber elegante Weise loszuwerden. Verletzen möchte ich sie auch nicht, also bleibe ich höflich. "Welcher Schnitt darf es denn sein?" "Ach" sagt sie "geben Sie mir mal einfach so eine blaue mit Nieten!" Häää??? OKay, dann also diese Nummer denke ich. Es ist gerade Mittagszeit, der Laden ist verhältnismässig leer, also gönne ich mir den Spass, Arbeit soll ja auch Spass machen… ich beginne, sie zu bedienen. Ich rechne nicht mit Umsatz, ich denke vielmehr weiter: Kinder und Enkelkinder könnten ja zahlungskräftiger sein…und ausserdem soll man die Menschen nicht nach ihrem Äusseren beurteilen… Kurz gesagt: Ich geb mir die gleiche Mühe, die ich auch Euch hätte angedeihen lassen. Ich kläre auf über verschiedene Schnitte, unterschiedliche Grössen und Längen, Farben… Ihre Figur ist, wie bereits erwähnt klein und gedrungen. Irgendwann, nach etwa 40 Minuten, die mich wirklich viel (!)Schweiss gekostet haben, entscheidet sie sich, eine ihren Massen entsprechende Karottenform zu wählen. Ich glaubs nicht:"Die macht ja Ernst" denke ich. Das nun entehende Problem ist nur noch die Länge. Freundlich weise ich sie darauf hin und biete die kostenlose Änderung an. Die Dame ist entzückt, also stecke ich die Hose auf Länge (bzw. Kürze) ab. Kassieren (149.–DM) möchte ich allerdings vorab, das ist so üblich. Kein Problem, sagt die Dame und zückt einen 500,–DM-Schein aus ihrer Bauchtasche. Ich warte auf die Feder, die mir gleich wachsen muss…, parallel dazu freue ich mich über den Umsatz.
Und nun geschiehts: Das Geld habe ich geprüft, es ist echt. Also frage ich nach dem Namen der Kundin, damit ich ihn mit Hilfe eines Zettels an der abgesteckten Hose befestigen kann. Die Kundin wird nervös. "Wie ???`" fragt sie. "Ihren Namen bitte, ich brauche ihn für die Änderung" sage ich freundlich. "Naja, wenn Sie meinen…" zögert die Dame. "Ja, bitte! Wie heissen Sie? Es ist wegen der Änderung!" erläutere ich noch einmal. Leise, ganz leise sagt sie ihren Namen: "Also, mein Name ist…Klein-Erna" höre ich und traue meinen Ohren nicht. "Wie bitte?" frage ich ungläubig. "Klein-Erna" haucht es mir nocheinmalmal entgegen."Nö, also nun nicht aber wirklich" denke ich erschüttert und frage mich, ob die komische Alte mich die ganze Zeit über verarscht verkohlt hat. Um sicher zu gehen, wage ich einen dritten Versuch, denn langsam fange ich an, an Wunder zu glauben. Ist sie vielleicht eine verwunschene Fee oder so? Also: Letzte Reserven aktivieren, grübeln, mitdenken in mir unbekannten Grössen und dann stosse ich die Frage pfeilgleich heraus, die mir logisch erscheint: "Also Erna… und wie weiter?" "Na, Klein" sagt sie "das sage ich doch schon die ganze Zeit!"
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